In der Stunde seines größten Triumphs lag Robert Ballard bereits im Bett. Es war kurz nach Mitternacht, als der Schiffskoch der „Knorr“ an seine Kabinentür klopfte und ihn bat, doch einmal in den Leitstand zu kommen. Also legte Ballard seine Einschlaflektüre zur Seite und begab sich zu dem Team, das die Bilder überwachte, die der Forschungsschlitten „Argo“, den die „Knorr“ in 3800 Metern Tiefe hinter sich herzog, an das Mutterschiff übertrug. Tagelang hatten die Forscher auf ihren Monitoren nichts als sandigen Meeresboden gesehen. Jetzt hatten sie etwas Vielversprechendes entdeckt.
Ballard war ein Kind der See. In Kalifornien aufgewachsen, verbrachte er seine Jugend mit Schwimmen, Angeln und Tauchen. Als der High-School-Abschluss näher rückte, besorgte ihm sein Vater, der als Chefingenieur von North American Aviation gut vernetzt war, einen Praktikumsplatz an der „Scripps Institution of Oceanography“ in San Diego – einem der weltweit führenden Zentren für die Erforschung der Meere. Danach war klar: Ballard wollte Ozeanographie studieren. Das Fach ließ sich jedoch nur als Graduiertenstudiengang belegen. Daher schrieb er sich in Santa Barbara für Geologie und Chemie ein und absolvierte nebenbei die für Studenten obligatorische Ausbildung zum Reserveoffizier. Nach seinem ersten Abschluss bewarb er sich dann für das Graduiertenprogramm von Scripps – und wurde abgelehnt.





