Auf eindrückliche Weise stellt Sauer in seinem Werk die Wechselwirkung von Land und Reich dar und verdeutlicht, wie Württemberg politisch und gesellschaftlich die Reichsgeschichte beeinflusste und neben freiheitliche auch zukunftsweisende Elemente beisteuerte. Vor allem mit dem Regierungsantritt des jungen Kaisers Wilhelm II. verschlechterte sich das politische Klima und ließ zwischen Stuttgart und Berlin eine Zeit der Irritationen und Spannungen aufkommen. Der liberale Geist Württembergs, in dessen Schatten sich tolerante und fortschrittliche politische Ideen frei entfalten konnten, wurde als existentielle Gefahr für das Reich und vor allem für den Hegemonialstaat Preußen angesehen.
Zwar konnten die württembergischen Politiker die politischen Strömungen des „langen 19. Jahrhunderts“ letztendlich nicht entscheidend verändern oder verhindern und die Katastrophe des Ersten Weltkriegs abwenden, dennoch sollten die Köpfe, die maßgeblichen Anteil an der Entwicklung Württembergs hatten, nicht in Vergessenheit geraten und mit diesem Buch ihrem Platz in der Geschichte zugeführt werden, damit sie in Erinnerung bleiben.
Rezension: Philipp Pilson





