Der aus Mähren stammende Gutsbesitzer Hoditz lebte in Schloss Rosswald an der Grenze zwischen Preußen und dem Habsburgerreich. Er stand der Aufklärung nahe und scharte dort Künstler um sich, mit denen er wilde Feste feierte und sokratische Abendmahle abhielt. Dieser Lebensstil imponierte Friedrich II., der Hoditz zweimal besuchte und seine Verehrung für den Freigeist auch in Gedichten zum Ausdruck brachte. Als Hoditz aufgrund seines Lebensstils völlig bankrott geworden war, verbrachte er seine letzten Lebensjahre auf Einladung des Königs in Potsdam. Kunischs lesenswertem Buch gelingt zweierlei: Mit Hoditz stellt er eine schillernde Persönlichkeit aus der zweiten Reihe vor. Zugleich wirft er aber auch neues Licht auf die späten Lebensjahre des Preußenkönigs.
Rezension: Dr. Anna Joisten
Hans-Peter Kunisch
Schach dem König
Friedrich der Große und Albert von Hoditz. Eine ungewöhnliche Freundschaft
dtv Verlag, München 2024, 267 Seiten, € 25,–





