Grauenhafte Szenen spielten sich in der Kaiserstadt ab, als Johannes, der spätere Bischof von Ephesos, im Jahr 542 nach längerer Reise dort eintraf. Er war durch Landstriche gezogen, die vollkommen verödet waren, weil niemand mehr lebte, der die Felder hätte bebauen können. Ganze Dörfer waren entvölkert, verendetes Vieh säumte die Wege. Handel, Gewerbe und Verkehr waren zusammengebrochen, die wenigen Überlebenden harrten verunsichert aus und litten entsetzliche Not. Nun aber Konstantinopel, im 6. Jahrhundert das urbane Zentrum der Welt – man schätzt die Bevölkerung der Stadt vor Ausbruch der Pest auf etwa 500 000 Menschen.
Doch was Johannes zu Gesicht bekam, war nicht einmal ein Abglanz jener alten Herrlichkeit: Auf den Straßen wälzten sich die Sterbenden, Leichen allerorten. …
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