Gisela und Agnes: Zwei starke Frauen - wissenschaft.de | DAMALS
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Zwei starke Frauen
Gisela, Ehefrau Konrads II., sowie Agnes, Gemahlin seines Sohnes und Nachfolgers Heinrich III., waren nicht nur gekrönte Königinnen. Sie standen ihren Männern, das belegen nicht zuletzt zahlreiche Urkunden, in allen wichtigen Fragen als Ratgeberinnen zur Seite.
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Als Kaiserin Gisela, Witwe Konrads II., Mitte Februar 1043 in der Pfalz Goslar im Alter von 53 Jahren starb, hatte sich ihr Sohn, Konrads Nachfolger Heinrich III., gerade nach längerer Witwerschaft für eine zweite Heirat mit Agnes, Schwester Herzog Wilhelms VII. von Aquitanien und Nichte Graf Rainalds I. von Burgund, entschieden. Vielleicht hatte ihm seine Mutter, die aus dem früheren burgundischen Königshaus stammte, zu der Verbindung geraten. Persönlich gekannt haben dürften sich die beiden Frauen, die die frühe Salierzeit so maßgeblich mit prägten, jedoch nicht.
Gisela wurde um 990 als Tochter Herzog Hermanns von Schwaben und Gerbergas, ihrerseits Tochter des burgundischen Königs Konrad III. und der französischen Prinzessin Mathilde, geboren. Wipo, Zeitgenosse und Biograph Konrads II., betont Giselas illustre Abstammung, wobei er vor allem auf ihre Verwandtschaft mit niemand Geringerem als Karl dem Großen abhebt.
Die Ehe mit Konrad war bereits Giselas dritte: Beide vorherigen Ehemänner, Graf Brun sowie Herzog Ernst I. von Schwaben, waren verstorben. Als Letzterer 1015 bei einem Jagdunfall ums Leben gekommen war, hatte Kaiser Heinrich II. dessen fünfjährigen Sohn, Ernst II., zum neuen Herzog ernannt. Gisela, die wahrscheinlich zunächst für ihren Sohn die Regierungsgeschäfte übernahm, heiratete auffällig rasch, spätestens um die Jahreswende 1016/17, den gleichaltrigen Konrad, der zwar von vornehmer Herkunft, aber eher mittellos war und überdies nicht in der Gunst Heinrichs II. stand. Für Gisela bedeutete der Schritt das Ende ihres Wirkens im Herzogtum Schwaben. Die Vormundschaft über Ernst II. ging an seinen Onkel väterlicherseits, Erzbischof Poppo von Trier, über.
„Schönheit … von geringster Überheblichkeit … von freiem Geist und ausgezeichneter Gewandtheit“
Bald nach der Eheschließung brachte Gisela ihren ersten Sohn mit Konrad zur Welt, Heinrich. Für sie war es das fünfte Kind, das das Säuglingsalter überleben sollte; zwei weitere Töchter folgten. Mit Gisela hatte Konrad eine reiche Erbin geheiratet, die durch Herkunft und Heiraten in ihrem ganzen Habitus eine Angehörige der politischen Elite des Reiches gewesen sein dürfte. Diesen Eindruck vermittelt auch Wipo: „Trotz ihres hohen Adels und ihrer erlesenen Schönheit war [Gisela] von geringster Überheblichkeit: ehrfürchtig im Dienst an Gott, stetig in Gebet und Almosengeben, und dies so diskret, wie sie es vermochte … Sie war von freiem Geist und ausgezeichneter Gewandtheit, strebte nach ewigem Ruhm, nicht nach menschlichem Lob, liebte die Tugendhaftigkeit und nahm die weibliche Mühe geduldig auf sich. In Eitlem war sie keineswegs verschwenderisch, in ehrenvollen und nützlichen Angelegenheiten überreichlich freigebig, sie war reich begütert und erfahren darin, die höchsten Ehren gut zu führen.“
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Dass sich Konrad nach Heinrichs II. söhnelosem Tod in der Wahl von Kamba gegen seinen jüngeren, aber mächtigen gleichnamigen Vetter durchsetzen konnte, verdankte er möglicherweise auch dem Prestige, das Gisela in die Ehe gebracht hatte. Doch gab es offenbar auch Vorbehalte gegen die Person der neuen Königin. So soll sich Giselas Weihe verzögert haben – die Gründe dafür bleiben im Dunkeln. Vielleicht ging es um den Grad ihrer Verwandtschaft mit Konrad, allerdings hätte ein derartiger Vorbehalt ja nicht allein die Frau getroffen.
Zwei Wochen nach ihrem Ehemann wurde Gisela vom Kölner Erzbischof Pilgrim zur Königin geweiht und gekrönt. Gemeinsam dankte das Königspaar Gott für den Aufstieg zum Königtum in einer Schenkung an die Speyerer Kirche, in der sie beide rund zwei Jahrzehnte später ihre letzte Ruhe finden sollten.
Fortan begleitete Gisela Konrad II. auf den meisten seiner Reisen durch das Reich. Gemeinsam zogen die beiden 1026 nach Italien, wo sie am Ostersonntag des Jahres 1027 in Rom vom Papst feierlich zu Kaiser und Kaiserin gekrönt wurden – zweifellos der politische Höhepunkt ihres Lebens. Im selben Jahr konnte Gisela einen Frieden mit ihrem Onkel, König Rudolf III. von Burgund, vermitteln, der zugleich eine Erneuerung des seinerzeit zwischen Rudolf und Heinrich II. geschlossenen Erbvertrages beinhaltete. Die Durchsetzung der Regelung erstritt Konrad in den Folgejahren militärisch, während die Kaiserin in Grenznähe auf ihn wartete. Überhaupt lassen sich die wenigen längeren Trennungen des Paares mit Feldzügen, vielleicht auch mit der Geburt der beiden Töchter in Verbindung bringen.
Keine andere Königin dieser Zeit taucht so oft in den Urkunden auf
Der königliche Reiseweg lässt sich durch die unterwegs durch den Herrscher ausgestellten Urkunden nachvollziehen. In ihnen tritt Gisela als „Intervenientin“, also als Fürsprecherin für die Belange Dritter, absolut und relativ so häufig wie keine andere ostfränkisch-deutsche Königin vor oder nach ihr in Erscheinung, nämlich in weit über der Hälfte aller Diplome. Dabei wird sie als „unsere geliebte(ste) Gemahlin und Königin/Kaiserin“ bezeichnet, aber auch als consors regni/imperii, also als „Teilhaberin des Reiches“, wie dies bereits für ihre Vorgängerin Kunigunde, vor allem aber für die Kaiserinnen Adelheid und Theophanu bezeugt ist. Auch Wipo sah in Gisela Konrads wichtigste und klügste Ratgeberin.
Allerdings dürfte die Beziehung des Herrscherpaares durchaus das eine oder andere Mal auf eine harte Probe gestellt worden sein. Kaum volljährig, schloss sich Giselas Sohn aus zweiter Ehe, Herzog Ernst II. von Schwaben, der Opposition gegen seinen Stiefvater an. Wipo thematisiert den tragischen Zwiespalt, in dem sich Gisela nach Ernsts mehrmaliger Begnadigung und erneutem Treubruch befunden haben muss, als Konrad II. ihn schließlich exkommunizieren ließ: „Selbst Kaiserin Gisela – was zwar kläglich zu sagen, aber lobenswert zu tun ist – setzte den unberatenen Sohn dem weisen Ehemann hintan und gelobte allen öffentlich, was auch immer ihm widerfahre, sie werde wegen dieser Sache weder Rache üben noch böse Absicht hegen.“ Tatsächlich fiel Ernst 1030 im Kampf gegen einen Anhänger des Kaisers.
Bis auf Heinrich III. überlebte Gisela alle ihre Kinder. Heinrich aber war „die Hoffnung des Reiches“. Zu Ostern 1027 erfolgte seine Wahl und Krönung zum Mitkönig in Aachen. In Konrads Urkunden intervenierte Heinrich III. ungefähr seit dieser Zeit regelmäßig gemeinsam mit seiner Mutter. Daran änderte auch seine Heirat mit Gunhild-Kunigunde 1036 nichts, die bereits 1038 starb. In ihrer kurzen Zeit am salischen Herrscherhof ist Gunhild nur einmal in Konrads Urkunden bezeugt, gemeinsam mit Heinrich und Gisela.
Nach mehrwöchiger Krankheit, vermutlich Gicht, starb Kaiser Konrad II. am 4. Juni 1039 in Utrecht im Beisein seiner Gemahlin und seines Sohnes. Inwiefern die zum dritten Mal verwitwete Gisela persönlich von dem Verlust getroffen war, können wir nur erahnen. Sie hatte in den vergangenen Jahrzehnten die Geschicke des Reiches mit bestimmt und war ihrem Mann beratend und unterstützend zur Seite gestanden. Mit ihrem Sohn, dem neuen Herrscher, scheint es stattdessen zunächst Differenzen gegeben zu haben. Insbesondere 1040 weisen Giselas Interventionen in Heinrichs Urkunden eine deutliche Lücke auf.
In diese Richtung weist auch ein Gedicht Wipos für den König, verfasst 1041 und verbunden mit der Mahnung, der Mutter Ehre zu erweisen. Das um dieselbe Zeit entstandene Echternacher Perikopenbuch zeigt Gisela im Witwengewand mit der Inschrift: „Friede wird in der Welt sein, solange Gisela in ihr lebt, die den König gebar, der die Völker in Frömmigkeit regiert.“ All dies spricht eher für einen Rückzug Giselas vom Hof, wobei das Verhältnis zum Sohn nach 1041 wieder enger geworden zu sein scheint. Beim Begräbnis seiner Mutter im März 1043 im Speyerer Dom soll Heinrich III. bittere Tränen vergossen haben, als er im Büßergewand Gottes Barmherzigkeit erwirkte – auf diese Weise dürfte er zugleich sein Selbstverständnis als christlicher Herrscher zum Ausdruck gebracht haben.
Agnes: erst „geliebte Gemahlin“, später Regentin für Heinrich IV.
Der Tod der Mutter mag dem König auch die Notwendigkeit seiner Wiedervermählung vor Augen geführt haben, denn das Reich hatte nun seit über vier Jahrzehnten zum ersten Mal keine Königin. Obschon auch bei der Verbindung von Heinrich III. und Agnes der Vorwurf zu enger Verwandtschaft im Raum stand, heirateten die beiden im November 1043. Nach der Krönung der Braut zur Königin fand die Hochzeitsfeier statt, doch der König soll sich die Auftritte der Spielleute und Gaukler verbeten haben, vielleicht aus Rücksicht auf das Trauerjahr für seine Mutter.
Agnes war bei der Hochzeit mit Heinrich zwischen 13 und 23 Jahren alt, also etwas jünger als ihr Mann. Ob die beiden sich bereits vor ihrer Verlobung in Burgund kennengelernt hatten oder erstmalig im November 1043 trafen, wissen wir nicht. Anders als Gisela, die überdies gemeinsam mit Konrad zum Königtum aufstieg, verfügte Agnes zunächst aufgrund ihrer aquitanisch-burgundischen Herkunft nicht über intensive Beziehungen innerhalb der Reichseliten. Allerdings dürfte auch Agnes dank ihrer Erziehung an verschiedenen französischen Fürstenhöfen auf ihre neue Rolle als Königin gut vorbereitet gewesen sein. Von Beginn an begleitete die Königin ihren Mann auf seinen Reisen und setzte sich als Intervenientin in zahlreichen Urkunden für eine Vielzahl von Personen und Institutionen ein. Die wenigsten dürften ihr anfänglich gut bekannt gewesen sein.
Agnes’ Bezeichnung als „geliebte(ste) Gemahlin“, Königin und schließlich nach der römischen Krönung zu Weihnachten 1046 als „erhabene Kaiserin“ unterschied sich nicht wesentlich von der ihrer Vorgängerin Gisela und entsprach der Formelhaftigkeit der Urkundensprache.
Neu hingegen ist die Verknüpfung von Bettgemeinschaft und consors regni-Formel im Ausdruck „unseres Bettes wie Reiches Gefährtin/Teilhaberin“. Dass Agnes tatsächlich regelmäßig das Bett ihres herrscherlichen Ehemannes teilte, lässt sich an den sechs gemeinsamen Kindern in 13 Ehejahren erkennen, darunter der am 11. November 1050 geborene ersehnte Thronfolger Heinrich IV. Das Widmungsbild des kostbaren sogenannten Goslarer Evangeliars zeigt Kaiser und Kaiserin zu Füßen der Maiestas Domini stehend mit der Inschrift „Die durch mich herrschen, sollen leben, Heinrich und Agnes“.
Dies legt tatsächlich ein gemeinsames Regierungsverständnis des Herrscherpaares nahe. Inhaltliche Akzente setzte Agnes in ihrer Rolle als Ratgeberin und Mitregentin insbesondere im kirchlich-religiösen Bereich. So setzte sie sich früh für die cluniazensische Bewegung ein und förderte zudem die Hirsauer Reform, ebenfalls eine monastische Reformbewegung. 1055/56 verlieh ihr Heinrich Bayern, um dieses wichtige Herzogtum an sich zu binden.
Beim Tod des Kaisers am 5. Oktober 1056 sah sich Agnes mit einer anderen Situation konfrontiert als Gisela 1039: Ihr ältester Sohn Heinrich IV. war gerade einmal sechs Jahre alt. Wie einst Theophanu und Adelheid nach dem Tod Ottos II. (allerdings ohne dass offen über Alternativen diskutiert wurde) übernahm Agnes die Regentschaft für Heinrich IV., „mit so großer Geschicklichkeit, dass die Neuheit dieser großen Sache weder Unruhe noch Feindschaft hervorrief“, so das Urteil des Geschichtsschreibers Lampert von Hersfeld. In vielen Aspekten führte Agnes die Politik ihres Mannes umsichtig weiter. Auch mit neuen Herausforderungen an den Außengrenzen des Reiches hatte sie zu kämpfen; zum explosivsten Konflikt aber sollte sich das Verhältnis von Kaisertum und Papsttum entwickeln.
Über viele Jahre hatte der kaiserliche Hof intensiv mit dem Reformpapsttum zusammengearbeitet, doch unter Nikolaus II. (1058 –1061) kam es bereits zu Spannungen. Nach dessen Tod ernannte der knapp elfjährige Heinrich IV. Bischof Cadalus von Parma zum Papst (Honorius II.), während zuvor die römische Reformpartei mit Anselm von Lucca als Alexander II. bereits einen Papst erhoben hatte. Vielleicht war es auch die Verantwortung für dieses Schisma, die Agnes dazu bewog, wenige Wochen später im November 1061 in einem feierlichen Akt den Witwenschleier und damit eine althergebrachte asketische Lebensform anzunehmen. Sie selbst bezeichnete sich in einem späteren Brief als „Kaiserin und Sünderin“.
Schwerer Rückschlag im Jahr 1062: die Entführung des Thronfolgers
Die Ereignisse überschlugen sich weiter: Als sich der Hof im April 1062 in der Pfalz Kaiserswerth aufhielt, gelang es einigen Fürsten unter Führung des Kölner Erzbischofs Anno, sich per Schiff mit Heinrich IV. abzusetzen. Der junge König versuchte, durch einen Sprung von Bord zu entfliehen – vergebens. Es wird vermutet, dass sich der Unmut der Fürsten gegen die einflussreiche Stellung Heinrichs von Augsburg richtete – Lampert von Hersfeld deutet sogar Gerüchte über ein unzüchtiges Verhältnis zwischen der Kaiserinwitwe und dem Bischof an. Die Vita Heinrichs IV., geschrieben zu Beginn des 12. Jahrhunderts, sieht den Grund für die Entführung von Kaiserswerth dagegen darin, „dass es sich nicht ziemt, dass das Reich von einer Frau regiert werde“.
In der Folge zog sich die Kaiserin stärker vom Hof zurück. Zunächst hielt sie sich vermutlich hauptsächlich in Regensburg auf; nach Heinrichs IV. Schwertleite am 29. März 1065 zog sie, als Büßerin gekleidet, nach Rom, ihrem Lebensmittelpunkt für die folgenden zwölf Jahre.
Dort setzte sich Agnes mit Nachdruck für die Kirchenreform ein, reiste aber auch noch mehrfach über die Alpen, unter anderem im Auftrag der Päpste Alexander II. und Gregor VII. Durchaus bemerkenswert erscheint, dass Agnes dabei nicht mehr die Familie und die Wahrung ihrer Herrschaft als maßgebliche Parameter ihres Handelns begriff, sondern die Einheit der Kirche, die sie selbst gefährdet hatte, wie sie glaubte.
Gregor VII., mit dem sie engen Austausch pflegte, dankte ihr 1074 für ihre Mühen um Frieden und den Ausgleich mit Heinrich IV. – dieser sollte allerdings nicht von langer Dauer sein. Ein Jahr nach der Exkommunikation ihres Sohnes 1076 und seinem folgenden Bußgang nach Canossa gab Agnes am 14. Dezember 1077 in Rom ihre „Seele, fruchtbar an guten Werken,
zurück an den Schlüsselträger des Himmels“, laut ihrer Grabinschrift „hier, wo sie früher geherrscht hatte“.
Erfolgreich, aber immer wieder mit Vorbehalten konfrontiert
Zweifellos waren sowohl Gisela als auch Agnes Schlüsselfiguren der frühen Salierzeit: Konrads Aufstieg von einem Grafensohn ohne Erbe zum König wäre ohne Giselas Unterstützung und ihren politischen Einfluss wohl deutlich schwieriger gewesen. Möglicherweise gab auch die Existenz eines Sohnes für die auf Kontinuität bedachten Fürsten den Ausschlag bei seiner Wahl. Sowohl Gisela als auch Agnes standen ihren Männern, später auch ihren Söhnen als wichtige, wenn nicht gar wichtigste Ratgeberinnen zur Seite. Durch die Geburt dieser Söhne hatten sie den Fortbestand der Familie und ihrer Herrschaft für die Zukunft überhaupt erst ermöglicht. In der Krisensituation von 1056 sicherte Agnes darüber hinaus als Regentin für Heinrich IV. die Kontinuität und Stabilität des Reiches, musste dabei aber auch schwerwiegende Rückschläge hinnehmen; ihr wichtigstes Anliegen blieb fortan die Kirchenreform.
Als privilegierte Angehörige der adligen Elite hatten Gisela und Agnes auch als Frauen sicherlich mit anderen Widrigkeiten zu kämpfen als die einfachen Hörigen auf dem Land oder Dienstleute in Städten und Burgen. Ihre besonderen Handlungsspielräume ergaben sich auch aus den – guten – Beziehungen zu den wichtigen Männern in ihrem Leben, insbesondere ihren Ehemännern, mit denen sie wahrhaft starke Einheiten bildeten.
In einer derart patriarchalisch strukturierten Gesellschaft stießen beide Königinnen immer wieder auf Vorbehalte aufgrund ihres weiblichen Geschlechts. Wenn der Gisela offenbar in Verehrung zugetane Wipo über seine Königin resümiert, dass „die männliche Rechtschaffenheit in der Frau siegte“, dann schwingt auch bei ihm die Vorstellung mit, dass Herrschaft eigentlich Männersache sei und eine Frau dann Stärke zeigte, wenn sie ihre weiblichen Schwächen überwinden konnte. Nicht nur in unserem modernen, sondern auch im zeitgenössischen Verständnis waren sowohl Gisela als auch Agnes, die ihren Lebensabend selbstbestimmt dem Dienst an Gott widmete, starke Frauen.
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