Das Egerland ist eine historische Landschaft im heutigen Tschechien, benannt nach der ehemaligen freien Reichsstadt Eger. Im nordwestlichen Böhmen gelegen, grenzt es im Westen an Bayern und im Norden an Sachsen. Vor 1945 lebten hier überwiegend Deutsche. Getragen von einer Stiftung, erinnert das im Jahr 2000 neu gestaltete Egerland-Museum im bayerischen Grenzort Marktredwitz an Geschichte, Kunst und Kultur dieser Region.
Zunächst wird der Besucher in die kleinbäuerlich geprägte Welt Böhmens eingeführt. Eine „Egerländer Stube“, schon für das Vorgängermuseum 1973 idealtypisch zusammengestellt, wird mit dem Foto einer realen Stubeneinrichtung um 1900 konfrontiert. Dies zeigt: Die Erinnerung schafft Bilder vom Verlorenen, die es zu hinterfragen gilt. Zeugnisse privater katholischer Frömmigkeit werden anschließend ebenso vorgestellt wie die Produkte, die in den Wintermonaten in Heimarbeit hergestellt wurden. Ganze Orte verlegten sich auf das Perlensticken, das Klöppeln oder die Herstellung von Handschuhen. Aber auch das Kunsthandwerk blühte: In Eger wurden im 17. und 18. Jahrhundert wertvolle Möbel mit Reliefintarsien gefertigt.





