Für die Retrospektive wurden herausragende Einzelwerke von namhaften Leihgebern und Institutionen zusammengetragen, u.a. die Akademie der bildenden Künste, die Albertina, die Österreichische Galerie Belvedere – allesamt Wien, die Kunsthalle Kiel, das Frankfurter Goethe-Haus, die Staatsgalerie Stuttgart sowie private Leihgeber.
Zwischen Genie und Akademie – der Ausstellungstitel greift ein Spannungsfeld auf, das sich in Leben und Werk Fügers widerspiegelt. Überzeugt von den Idealen der Aufklärung, die auch der Klassizismus verfolgte, vertrat Füger als Direktor der Wiener Akademie die klassizistische Kunstauffassung. Dennoch war er kein dogmatischer Verfechter der strengen akademischen Regeln – sein Streben nach Originalität zeigt sich vor allem in seinen Selbst- und Familienporträts, in denen er den Realismus vorwegnimmt. Fügers Oeuvre erschließt sich dem Betrachter als komplexes Dokument einer Wendezeit, die von den Ideen der Aufklärung und von tief greifenden gesellschaftlichen und geistesgeschichtlichen Umbrüchen geprägt war. Die Wendezeit vom höfischen zum bürgerlichen Leben brachte auch für Künstler andere, bis heute gültige Arbeitsbedingungen, denen sich Füger erfolgreich und auf exemplarische Weise stellte.





