Nachdem schon im Barock erste Gartenanlagen an Emscher und Ruhr angelegt wurden, ging auch die Entwicklung hin zum englischen Landschaftsgarten nicht spurlos am Ruhrgebiet vorüber. So wurde der ursprünglich als französischer Barockgarten angelegte Schlosspark Herten zwischen 1814 bis 1817 in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet. Mit der Industrialisierung Deutschlands schließlich wurden zahlreiche öffentliche und private Gärten angelegt, die in Kombination mit dem im Ruhrgebiet ansässigen Bergbau und der Stahlproduktion bis heute eine eigenwillige Kulturlandschaft prägen. Die Ausstellung in der Ludwiggalerie bietet nun einen umfassenden Überblick über die Gartenkunstgeschichte an Emscher und Ruhr.
Die Ausstellung setzt sich aus über 140 Exponaten zusammen, die die Wechselbeziehungen zwischen Bauherren und Künstlern, Gärtnern, Architekten, Malern und Bildhauern verdeutlichen. Dabei besticht die getroffene Auswahl vor allem durch die Vielfältigkeit der Objekte: Neben Gemälden und Skulpturen, historischen Gartenmöbeln und Plänen werden auch antiquarische Garten- und Pflanzenbücher gezeigt. Unter den ausgestellten Gemälden befinden sich neben Werken regional bedeutender Künstler wie Fritz Gärtner und Carl Emil Uphoff auch Werke von Malern internationalen Ranges wie Emil Nolde und Heinrich Vogeler. Als besonderer Höhepunkt werden die lange als verschollen geglaubten Skulpturen der Hertener Orangerie erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die lebensgroßen Sandsteinfiguren, die Gestalten der griechischen Mythologie darstellen, zierten ursprünglich die Balustrade der Orangerie, waren jedoch in den 70-er Jahren entfernt worden.
Ergänzend zur Ausstellung in der Ludwiggalerie werden im nahe gelegenen Haus Ripshorst vom 12. März bis 24. Mai 2010 historische Luftbilder von ausgewählten Gartenanlagen gezeigt, die den zeitlichen Wandel der Anlagen veranschaulichen. Außerdem finden immer samstags Exkursionen zu öffentlichen und privaten Gärten der Region sowie Promenaden durch den Kaisergarten und die Siedlung Grafenbusch statt.





