Bei der Vermittlung wurde klar, dass wegen der schlechten Leitungsqualität eine höhere Stimmlage besser zu verstehen war. Zunächst als reine Männerarbeit geplant, wurden im Fernsprechamt daher künftig ausschließlich Frauen eingestellt. Das „Fräulein vom Amt“ war geboren. Neben Hotels, Firmen sowie Banken und der Börse waren es eher gutsituierte Privatleute, die sich einen Telefonanschluss leisten konnten, denn bis zur Entfernung von zwei Kilometern betrug der Anschlusspreis 200 Reichsmark, umgerechnet zwei Jahresmieten für eine Zwei-Zimmer-Wohnung
in der Hauptstadt. Jeder weitere Kilometer kostete 50 Reichsmark. Die Fernsprechgebühren berechneten sich über einen Pauschaltarif. Trotz der hohen Kosten war der Siegeszug des Telefons nicht mehr aufzuhalten. Das drei Monate später veröffentlichte erste Berliner Telefonbuch verzeichnete schon über 200 Einträge. Zum Jahresende betrug die Zahl der Anschlüsse 458 und am Ende des Jahrzehnts allein in Berlin bereits mehr als 10 000.





