Auch das deutsche Kaiserreich strebte seinen Platz im weltweiten Informationsaustausch an. Es fehlte ein Telegraphenkabel durch den Atlantik, welches das Kaiserreich mit den USA verbinden konnte. Am 1. September 1900 weihten Kaiser Wilhelm II. und der amerikanische Präsident William McKinley über einen Depeschenwechsel die neue Leitung ein. Das bis zu sechs Zentimeter dicke Stahlkabel verlief über eine Strecke von 13 000 Kilometern von Emden über die Azoren bis nach New York. Dauerte die Übermittlung einer Nachricht über den Atlantik zur Mitte des 19. Jahrhunderts noch gut eine Woche, war sie jetzt in zwei Minuten ausgetauscht. Doch nicht nur der technische Fortschritt zählte; im Fall eines militärischen Konflikts mit England besaß das
Kaiserreich nun eine von den Briten unabhängige internationale Kabelverbindung. Das erste deutsche Transatlantikkabel entwickelte sich bei einer Worttaxe in Höhe von bis zu 20 Mark zudem schon bald zu einem wirtschaftlichen Erfolg.





