Die Cluniazenser kleideten sich in einen schwarzen, weit ausladenden Habit und hoben sich dadurch schon optisch von anderen Benediktinern ab. Chorgebet und eine feierliche Liturgie bestimmten den Alltag in Cluny; Handarbeit hingegen trat in den Hintergrund oder wurde von Laienbrüdern verrichtet. Maßgebend und weit über den Reformverband ausstrahlend aber wurde der Gedanke der libertas ecclesiae, einer von allen weltlichen Einflüssen befreiten Kirche. In den großen Diskussionen um die Abschaffung von Simonie (Kauf und Verkauf geistlicher Ämter) und Laieninvestitur, die das 11. Jahrhundert prägten, spielte Cluny eine große Rolle. Als mit Hildebrand 1073 ein Mann zum Papst gewählt wurde, der als Gregor VII. diese Ideen mit neuer Schärfe auch gegen den römisch-deutschen König Heinrich IV. vertrat, war aus der cluniazensischen Reform längst eine umfassende Kirchenreform geworden, die schließlich in den „Investiturstreit“ mündete.





