Am 12. September 1934 kamen die Außenminister von Estland, Lettland und Litauen in Genf zusammen, um einen Vertrag für Verständigung und Zusammenarbeit zu unterzeichnen. Die baltische Entente sollte weiterhin die Unabhängigkeit nach außen sichern. Die Länder vereinbarten, sich in außenpolitischen Fragen zu verständigen und sich gegenseitig politische Hilfe zu erweisen. Ebenso verpflichteten sie sich zu weitreichender Transparenz über Vertragstexte, die mit anderen Staaten abgeschlossen wurden. Doch das Dreierbündnis krankte von Beginn an daran, dass die gerade errungene eigene Unabhängigkeit eine stärkere Rolle spielte als die gemeinsame außenpolitische Verabredung. Die im Vertrag vorgesehene Zusammenarbeit der Staaten über zehn Jahre wurde schließlich vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs überholt. Alle drei Staaten standen – mit kurzer Unterbrechung durch den deutschen Überfall auf Russland – bis 1990/91 unter sowjetischer Herrschaft.





