Am 16. Januar 1632 war auch der junge Rembrandt zu Gast in Tulps Vorlesung. Sein im selben Jahr vollendetes Gemälde „Die anatomische Vorlesung des Dr. Tulp“ fängt den Moment ein, in dem sich die Mitglieder der Chirurgengilde über den wächsernen Leichnam eines Mannes, möglicherweise des Straßenräubers Adriaan Adriaanszoon, beugen und gebannt Nicolaes Tulps Erläuterungen zur präparierten Muskulatur des linken Armes lauschen. Vor ihnen aufgeschlagen liegt ein Lehrwerk der Anatomie. Ein solches mit dem Holzschnitt „Andreas Vesalius als Anatom von Arm und Hand“ diente Rembrandt wohl als Vorlage für die anatomische Darstellung der Muskulatur der linken Hand, an deren Korrektheit Mediziner Zweifel anmelden.





