Am 16. Juli 1627 landete eine Piratenflotte auf den isländischen Vestmannaeyjar (Westmänner-Inseln). Die Angreifer töteten die meisten der Einwohner und setzten etliche Häuser und die Kirche in Brand. Zuvor hatten sie schon das Fischerdorf Grindavík und die Ostfjorde Islands heimgesucht. Als die Korsarenschiffe drei Tage später wieder ablegten, waren mehr als 50 Menschen tot. An Bord hatten sie über 400 Gefangene, die als Sklaven nach Algier verschleppt wurden. Viele starben dort an Krankheiten. Von den wenigen, die nach Zahlung von Lösegeld unter anderem durch den dänischen König viele Jahre später in die Heimat zurückkehrten, ist die bekannteste die Fischersfrau Guðríður Símonardóttir, die später den isländischen Psalmendichter Hallgrímur Pétursson heiratete. Nicht nur für die Zeitgenossen, sondern auch für das moderne Island stellt der Korsarenüberfall von 1627 ein einschneidendes Ereignis der isländischen Geschichte dar. Er gilt als einziger bewaffneter Überfall auf Island in der Neuzeit, bei dem Opfer zu beklagen waren.





