Als im März 1190 Ausschreitungen von Norwich, Stamford und Lincoln aus auch auf York übergriffen, flüchtete sich die jüdische Bevölkerung, die offiziell unter dem Schutz des Königs stand, in das königliche York Castle. Der wütende Mob konnte sich derweil die Unterstützung des Stadtadels sichern und zog mit schwerem Belagerungsgerät gegen die Burg. Den darin verschanzten Juden drohte angesichts der Übermacht der Tod oder die Zwangskonversion. Die Verzweifelten unter Rabbi Yom Tov von Joigney sahen nur einen Ausweg: Am 16. März 1190, dem Sabbat vor dem Pessach-Fest, töteten die Männer zuerst ihre Frauen und Kinder und steckten dann den hölzernen Turm des Schlosses in Brand, um ihnen in den Tod zu folgen. Auch wer sich dem Massenselbstmord nicht angeschlossen hatte, starb durch das Feuer oder durch die Hände des Mobs. 150 Tote, schätzte man später, waren zu beklagen. Nach einer Untersuchung wurde York zwar mit heftigen Strafen belegt, doch die Täter kamen ungeschoren davon.





