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Mozarts kleines Meisterwerk
Zeitpunkte · 17. Juni 1791

Mozarts kleines Meisterwerk

„Mozart beim Komponieren“ (Gemälde von Josef Büche, um 1880). akg-images

Vier Verspaare nur, vertont in gerade einmal 46 Takten. Von den vielen Kompositionen über den bekannten spätmittelalterlichen Hymnus „Ave verum corpus“ zur Verehrung der Eucharistie ist jene aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart für vierstimmigen Chor, Streicher und Orgel zweifellos die kürzeste. Und zugleich eine seiner beliebtesten. Vielleicht wegen ihrer bemerkenswerten Schlichtheit. Anders als in vielen seiner komplexeren Vokalwerke verzichtet Mozart hier auf große dramatische Effekte. „Sotto voce“ („mit gedämpfter Stimme“) lautet seine Anweisung an den Chor, und auch die Streicher bleiben durchweg zurückhaltend.
Autor
Redaktion
01. Juni 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Zeitpunkte

Während der Text von der Passion Christi handelt, strömt die Musik ruhig und mit harmonischer Klarheit. Mozart schuf eine sehr intime Klangwelt, die zur meditativen Betrachtung des Passionsgeschehens einlädt. Ein Meisterwerk auf ganz kleinem Raum. Mozart schrieb die Motette am 17. Juni 1791, nur Monate vor seinem Tod, im Kurort Baden bei Wien, als er an seinem Singspiel „Die Zauberflöte“ arbeitete. Seine Frau Konstanze weilte dort zur Kur, nachdem vor Ort der befreundete Chordirigent Anton Stoll geholfen hatte, eine Unterkunft für sie zu organisieren.

Ihm überließ Mozart die autographe Notenschrift. Vermutlich am 23. Juni führte Stoll mit seinem Kirchenchor an der Pfarrkirche St. Stephan in Baden das „Ave verum“ erstmals auf.

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