Am 16. Januar wurde der Generalstreik beschlossen; am 19. Januar 1905 erreichte der Arbeitskampf seinen Höhepunkt. Über 220 000 Bergleute und damit rund 87 Prozent der Untertagebelegschaft im Ruhrgebiet legten die Arbeit nieder. Ausschlaggebend für die rasche Ausbreitung waren weitergehende Forderungen, denen sich am Ende auch die Gewerkschaften nicht verschließen wollten. Die Arbeiterschaft forderte etwa eine Schicht von achteinhalb Stunden, außerdem sollten die Grubenein- und -ausfahrten als Arbeitszeit gelten. Der Arbeitskampf musste am 7. Februar abgebrochen werden – die Gewerkschaften konnten das Streikgeld nicht länger ausbezahlen. Die Grubenbesitzer wähnten sich bereits als Gewinner, doch sie hatten die Rechnung ohne Parlament und Reichsregierung gemacht: In den folgenden Monaten wurden etliche Forderungen der Arbeiterschaft in ein neues Gesetz aufgenommen.





