Auf seiner einmonatigen Reise durch Deutschland hinterließ Tagore nachhaltige Spuren. Sein Gedichtband „Gitanjali“, für den er als erster Nicht-Europäer 1913 den Literaturnobelpreis erhalten hatte, machte ihn zum Bestsellerautor auf dem deutschen Buchmarkt. Von der ersten Auflage verkauften sich innerhalb eines Jahres rund 67 000 Stück. Bis 1925 erschienen in Deutschland 25 seiner Bücher mit einer Gesamtauflage von über einer Million Exemplaren. Tagore stattete Deutschland zwei weitere Male einen Besuch ab, er traf mit Albert Einstein, Thomas Mann und Albert Schweitzer zusammen. Die positive Resonanz auf ihn war jedoch nicht von Dauer – nationalistische Gruppen opponierten gegen den Einfluss aus dem „Orient“. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der „Goethe Indiens“ schließlich ganz aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt.





