Insbesondere die Unabhängigkeitsbestrebungen des Regenten von Pommerellen Swantopolk II. beschäftigten die Teilnehmer. Pommerellen war nur wenige Jahre zuvor unter polnische Lehnshoheit geraten. Doch weigerte sich Swantopolk, der die polnische Oberherrschaft abschütteln wollte, Tribut zu zahlen und den Lehnseid zu leisten. Deshalb war auch er nach Gąsawa geladen worden. In den frühen Morgenstunden des 24. November 1227 erschien er dort schließlich auch, allerdings nicht in der Absicht zu verhandeln, sondern mit einem Heer. Leszek I. und die anderen Teilnehmer des Hoftags hatten sich gerade zu einem Bad zurückgezogen, als Swantopolk die Badenden überfiel – so lassen es die Quellen zumindest vermuten. Heinrich I. von Schlesien wurde schwer verwundet, während Leszek halbnackt zunächst fliehen konnte, bevor die Angreifer ihn erschlugen. Das Ereignis ist in Polen daher auch als „Blutbad von Gąsawa“ bekannt. In der Folge erklärte Swantopolk Pommerellen für unabhängig, während innerhalb Polens, das noch stärker in Teilreiche zerfiel, die Stellung des Großherzogs weiter geschwächt wurde.





