Es dauerte jedoch nicht lange, und die Enthüllung flog als riesiger Schwindel auf. Als Drahtzieher wurde der Maler Konrad Kujau ermittelt. Die Tagebücher wurden sowohl mittels archivfachlich-textkritischer als auch naturwissenschaftlich-technischer Prüfung des Bundesarchivs und des Bundeskriminalamts als Fälschungen entlarvt. Zwar hatte der „Stern“ dem Bundesarchiv einige Einzeldokumente zur Expertise vorab übermittelt, aber auf eine vollständige Begutachtung der Tagebücher im Vorfeld verzichtet. Neben einem finanziellen Schaden von über neun Millionen Mark beschädigte der Skandal die Reputation des Magazins. Die Chefredaktion musste zurücktreten. Auch strafrechtliche Konsequenzen drohten. Bis heute gilt die Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher als der größte Presseskandal in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Affäre ist nach wie vor Inhalt in der Ausbildung für Journalistinnen und Journalisten.





