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Startseite/Zeitpunkte/Artikel
Vom Frankenkönig zum Kaiser
Zeitpunkte · 25. Dezember 800

Vom Frankenkönig zum Kaiser

Was sich am Weihnachtstag des Jahres 800 in der Petersbasilika in Rom ereignete, ist ein Schlüsselmoment der europäischen Geschichte und legte den Grundstein für das mittelalterliche Kaisertum: Als der Frankenkönig Karl der Große sich vom Gebet erhob, setzte ihm Papst Leo III. eine Krone aufs Haupt, bevor die Römer ihn als „erhabenen“ und „von Gott gekrönten Kaiser der Römer“ akklamierten. So bedeutend diese Übertragung des römischen Kaisertums auf die Franken war, so schwer ist es, die genauen Vorgänge aus den wenigen zeitgenössischen Quellen zu rekonstruieren. Jahre später betonte Karls Biograph Einhard, dieser sei vom Papst gleichsam überrumpelt worden: „Er hätte die Kirche an jenem Tag nicht betreten, wenn er die Pläne des Papstes geahnt hätte.“ Aber dass Karl wirklich überrascht war, gilt als ausgeschlossen und dürfte Einhards Absicht geschuldet sein, das Bild eines demütigen Herrschers zu zeichnen, der nicht nach der Kaiserwürde gestrebt hatte.
Autor
DAMALS-Redaktion
30. November 2025
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Zeitpunkte

Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Karls Romfahrt im Jahr 800 waren zahlreiche Verhandlungen und Planungen vorausgegangen, seit er im Jahr davor Papst Leo III. in Paderborn empfangen hatte. Karl war es, der den vom römischen Stadtadel vertriebenen Leo nach Rom zurückführen ließ, und in seiner Gegenwart leistete der Papst einen Eid, der ihn von allen Anschuldigungen seiner Gegner freisprach. Die Kaiserkrönung nur zwei Tage später war also wohl in allen Details genau geplant und von Karl angestrebt worden.

KarlPapstRömer
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