Die hochintelligente junge Frau, seit ihrer Jugend Benediktiner-Oblatin (das heißt, sie lebte nach der Benediktiner-Regel, ohne Mitglied eines Konvents zu sein), scheiterte jedoch zunächst an ihrem Geschlecht. Unmissverständlich gab ihr der Bischof von Padua zu verstehen, dass sie als Frau keine Lehrerlaubnis in Theologie erlangen könne. Schließlich wurde ein Kompromiss gefunden. Elena Lucrezia wurde am 25. Juni 1678 – sie war 32 Jahre alt – in der Kathedrale von Padua mit einem Thema aus der aristotelischen Logik zum Doktor der Philosophie promoviert – als erste Frau überhaupt. Im Anschluss blieb Elena Lucrezia der Wissenschaft treu, hielt Vorträge und wurde Mitglied mehrerer Akademien. Sie starb jedoch schon mit 38 Jahren.





