Seit 980 herrschte Großfürst Wladimir I. von Kiew allein über die Rus. Sein Bestreben war es, sich mit dem Byzantinischen Reich zu verbünden. Als Gegenleistung für militärische Unterstützung gegen die Bulgaren versprach Kaiser Basileios II. ihm die Hand seiner Schwester Anna. Dies freilich nur unter der Bedingung, dass Wladimir und sein Volk sich taufen ließen. Der Großfürst willigte ein und ließ sich anlässlich seiner Vermählung mit Anna von Byzanz am 28. Juli 988 taufen. Nach einer feierlich inszenierten Zerstörung heidnischer Götzenbilder erfolgte eine Massentaufe im Dnjepr, die die Christianisierung der Kiewer Rus und die Einführung des Christentums als Staatsreligion einläutete. Die neubegründete orthodoxe Kirchenprovinz Kiew unterstand dabei dem Patriarchen von Konstantinopel. Wladimir I., der Legende nach vor seiner Taufe ein Wüstling und überzeugter Anhänger des Heidentums, wurde nach seinem Tod zu einem Heiligen der orthodoxen Kirche erhoben. Der „Tag der Taufe“ am 28. Juli ist in der Ukraine seit 2008 ein nationaler Feiertag und in Russland seit 2010 ein Gedenktag.





