London erlebte am Mittwoch, dem 29. Juli 1981, einen Ausnahmezustand. Mindestens eine Million Menschen strömten in die Stadt, rund 600 000 säumten die Straßen entlang der Prozessionsroute, als Charles, Prince of Wales, und Lady Diana Spencer zur St Paul’s Cathedral fuhren. Die Wahl des Ortes kam nicht zufällig: St Paul’s bot mehr Platz als der traditionelle königliche Vermählungsort in der Westminster Abbey und ermöglichte eine längere Prozession durch die Stadt. Es warteten etwa 3500 geladene Gäste, die Zeuge der Trauung durch den Erzbischof von Canterbury wurden. Nach dem Gottesdienst rollte die Kutsche zurück zum Buckingham Palace, wo das Paar auf dem Balkon erschien und den lange erwarteten Kuss lieferte.
Das Vereinigte Königreich erklärte den Tag zum Feiertag, vielerorts feierten die Menschen mit Straßenfesten und Fähnchen, während die frisch Vermählten im Buckingham Palace feierten.
Am Ende wurde aus dem Staatsakt ein globales Medienereignis. Vor allem Diana prägte die Bilder dieses Tages. Ihr Kleid trug eine fast acht Meter lange Schleppe, die sich über den roten Teppich legte. Schätzungen bezifferten den Wert des Kleids auf etwa 9000 Pfund, umgerechnet heute rund 40 000 Euro. Doch das Märchen zerbrach: 1992 trennten sich Charles und Diana, 1996 folgte die Scheidung. Seit Diana 1997 bei einem Autounfall in Paris starb, liegt über der Märchenhochzeit ein tragischer Glanz.





