Aussem reiste als topgesetzte Spielerin nach London, die internationale Rangliste führte sie zu diesem Zeitpunkt auf Platz zwei der Welt. Wenige Wochen zuvor hatte sie bereits die französischen Meisterschaften gewonnen. Wimbledon wurde damit zum Höhepunkt eines Sommers, in dem sie sich dauerhaft an der Weltspitze festsetzte. Das Finale in Wimbledon glich zeitgenössischen Berichten zufolge weniger einem Feuerwerk, sondern eher einem zähen Ringen um Punkte, das Geduld erforderte. Aussem überzeugte mit starkem Grundlinienspiel, ließ Krahwinkel laufen und holte die entscheidenden Punkte.
Bei der Rückkehr bereitete man Aussem einen triumphalen Empfang. Ihre Heimatstadt feierte die Siegerin, und Oberbürgermeister Konrad Adenauer gratulierte zum großen Erfolg. Aussems Triumph wurde zum frühen Meilenstein der deutschen Tennisgeschichte. In den Jahren danach zwangen sie gesundheitliche Probleme immer wieder zu Pausen, und sie konnte nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen. Erst Boris Becker und Steffi Graf errangen 1985 sowie 1988 erstmals wieder deutsche Einzeltitel in Wimbledon.





