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Sturz ins Bodenlose
Zeitpunkte · 31. Juli 1451

Sturz ins Bodenlose

Denkmal des französischen Kaufmanns Jacques Cœur in seiner Geburtsstadt Bourges (Skulptur, 1874/1879). · Foto: akg-images / Schütze / Rodemann

Jeder Franzose kannte Jacques Cœur, Kaufmann, Finanzier, Mitglied des königlichen Rates und einer der reichsten Männer des Landes. Superlative schienen ihm nicht in die Wiege gelegt, als er 1395 in Bourges als Sohn eines Pelzhändlers zur Welt kam. Aber er war ein begabter Netzwerker und fand im Handel seine Berufung. Mit großer Beharrlichkeit baute er über Jahre ein riesiges Handelsimperium in Europa und Übersee auf. In Hunderten Kontoren handelte er alles: Luxusgüter, Sklaven, Waffen.
Autor
Redaktion
06. Juli 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Zeitpunkte

1438 wurde er Leiter der Argenterie, die den umherziehenden französischen Hof mit allem versorgte, was dieser benötigte. Bald gewann Cœur das Vertrauen König Karls VII., der ihm relativ freie Hand bei seinen Amtsgeschäften ließ. Ebenso schnell verschwammen die Grenzen zwischen Cœurs Tätigkeit für den Hof und seinem
eigenen Unternehmen: Einerseits tätigte er mitunter private Investitionen aus der königlichen Kasse, andererseits wurde er wichtiger Geldgeber für die militärischen Unternehmungen des Königs.

Mit Cœurs Reichtum wuchs auch die Zahl der Neider. So bezichtigte man ihn des Mordes an Agnès Sorel, der Lieblingsmätresse des Königs. Am 31. Juli 1451 befahl Karl VII. Cœurs Gefangennahme, obwohl die Vorwürfe haltlos waren. Nutzte der König die Gelegenheit, um seine Schulden loszuwerden? Am Ende wurde Cœur nicht wegen Mordes, sondern unter anderem wegen Veruntreuung königlicher Gelder zu lebenslanger Haft verurteilt – aus der er 1454 aber entkommen konnte.

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