1438 wurde er Leiter der Argenterie, die den umherziehenden französischen Hof mit allem versorgte, was dieser benötigte. Bald gewann Cœur das Vertrauen König Karls VII., der ihm relativ freie Hand bei seinen Amtsgeschäften ließ. Ebenso schnell verschwammen die Grenzen zwischen Cœurs Tätigkeit für den Hof und seinem
eigenen Unternehmen: Einerseits tätigte er mitunter private Investitionen aus der königlichen Kasse, andererseits wurde er wichtiger Geldgeber für die militärischen Unternehmungen des Königs.
Mit Cœurs Reichtum wuchs auch die Zahl der Neider. So bezichtigte man ihn des Mordes an Agnès Sorel, der Lieblingsmätresse des Königs. Am 31. Juli 1451 befahl Karl VII. Cœurs Gefangennahme, obwohl die Vorwürfe haltlos waren. Nutzte der König die Gelegenheit, um seine Schulden loszuwerden? Am Ende wurde Cœur nicht wegen Mordes, sondern unter anderem wegen Veruntreuung königlicher Gelder zu lebenslanger Haft verurteilt – aus der er 1454 aber entkommen konnte.





