Es war nicht das Rom der Kirchen, des Mittelalters und der Renaissance, das Goethe suchte, sondern das der Antike. Vier Monate lang tauchte er in das Erbe und den Geist der Antike ein, studierte die steinernen Zeugen der Vergangenheit und ließ sich von ihnen inspirieren. Er vollendete seine „Iphigenie“ und den „Egmont“, zeichnete, betrieb aber auch naturwissenschaftliche Studien. Nach vier Monaten brach er über Neapel nach Sizilien auf, um im Juni 1787 nach Rom zurückzukehren. Diesmal blieb er zehn Monate. Später wird er von einer „Wiedergeburt“ schreiben – und dass er in Rom erstmals richtig glücklich war. Ein letzter Streifzug im Mondschein beendete im Mai 1788 seinen Aufenthalt in der Ewigen Stadt. Aus seinen Reisetagebüchern entstand Jahrzehnte später die berühmte „Italienische Reise“, eine stilisierte Fassung seiner Tagebuchaufzeichnungen.





