In der Schlacht von Adrianopel 378 besiegte ein westgotisches Heer Kaiser Valens. Selbst den römischen Historiographen fiel es schwer, diese Katastrophe schönzureden. Kaiser Theodosius I. versuchte es zunächst weiterhin mit militärischer Gewalt. Aber die Goten waren ja nur eines seiner zahlreichen Probleme, und bald sah er ein, dass er auf diesem Weg nicht vorankam. Am 3. Oktober 382 schloss der römische Heermeister Saturninus im Namen des Kaisers mit den Goten einen Vertrag ab. Dieser Vertrag sah vor, dass die Goten sich im unteren Donaugebiet ansiedeln durften. Als Gegenleistung mussten sie sich zur Waffenhilfe verpflichten. Zum ersten Mal aber behielten sie ihre Stammesstrukturen und ihr Recht bei, kurzum, sie errichteten ihr eigenes Reich im Imperium Romanum. Kurzfristig hatte Theodosius sich auf diese Weise ein Problem vom Hals geschafft, langfristig war dies ein weiterer Hammerschlag, der die Mauer der römischen Herrschaft zerbröckeln ließ.





