Während von der Obrigkeit beauftragte Jagdkommandos Hunderte von Wölfen erlegten und die Bestie dennoch nicht aufhörte, predigte der Bischof von Mende, diese sei die Strafe Gottes für die Sünden der Menschen. Als Teilnehmer an einer dieser Treibjagden erlegte der Gastwirt Jean Chastel 1767 schließlich ein Tier, das einem Bericht zufolge nur dem Schwanz und Hinterteil nach einem Wolf ähnle, von seiner Größe, dem rot-grauen Fell und dem „ungeheuerlichen“ Kopf aber etwas nie Gesehenes dargestellt haben soll. Für einen Werwolf habe Chastel die Bestie gehalten und sie deshalb mit geweihten Silberkugeln erlegt, so die Mär. Als der Kadaver später von dem berühmten Naturforscher Comte de Buffon untersucht wurde, stellte dieser jedoch fest, es sei „nur ein großer Wolf“. Nach Chastels Jagderfolg hörten tatsächlich die Angriffe auf. Trotz der wuchernden Legenden erlaubt es die Vielzahl an überlieferten Dokumenten, den historischen Kern um die „Bestie des Gévaudan“ im Großen und Ganzen freizulegen. Geschichtswissenschaftler sind sicher, dass damals weder ein psychotischer Serienmörder sein Unwesen getrieben hat, noch ein Rächer mit einem dressierten Raubtier. Heutige Erklärungsversuche reichen von einem exotischen Raubtier, das aus der Menagerie eines Adligen oder einer Wandermenagerie ausgebrochen war, bis hin zu Angriffen von Wölfen.





