Der Verein verfolgte zwei Ziele für mehr Bildungsgerechtigkeit. So sollten in Mädchengymnasien bis zum Abitur die gleichen Unterrichtsinhalte wie in den Gymnasien der Jungen unterrichtet werden. Dies war die Voraussetzung für den uneingeschränkten Zugang von Frauen zu den Universitäten, wo sie auch für die Abschlussprüfungen zugelassen werden sollten. Als Gasthörerinnen gelang es zwar einigen Frauen, sich den Weg in die Universitäten zu erkämpfen. Doch eine Garantie, die nötigen Prüfungen zur Ausübung eines Berufs abzulegen, bestand nicht.
1891 erfolgte eine Umbenennung des Vereins in „Frauenbildungs-Reform“. Die Ziele blieben aber unverändert. Unter der Ägide von Hedwig Kettlers Frauenverein öffnete 1893 in Karlsruhe das erste Mädchengymnasium seine Tore. Der Südwesten des Deutschen Reiches war so etwas wie ein progressiver Vorreiter. In Baden durften Frauen seit 1900 an den Universitäten wie Freiburg oder Heidelberg studieren, in Württemberg seit 1904. Von 1909 an war Frauen im ganzen Deutschen Reich schließlich der allgemeine Zugang zu den Universitäten möglich.





