Aufgrund seiner Geräumigkeit ging dieser Schacht als „Senioren-Tunnel“ in die Geschichte ein. Schließlich war die Fluchtgruppe eher im gesetzten Alter und bis auf den 18-jährigen Detlef Schauer zwischen 55 und 81 Jahre alt. Mit den umfangreichen Arbeiten war zwar auch die Gefahr der Entdeckung gestiegen. Doch die misstrauischen Grenzsoldaten gaben sich mit Erklärungen zufrieden, die defekten Abwasserleitungen müssten repariert werden. Kaum einer hegte zudem den Verdacht, dass sich ein paar ältere Damen und Herren mit Fluchtgedanken trugen. Die bis dahin gegrabenen Fluchttunnel hatten mit einem Durchmesser von kaum einem Meter eher schmalen Röhren geglichen. Sie waren relativ sicher und ließen sich schnell fertigstellen, weswegen die Grabungsarbeiten wenig Aufmerksamkeit erregten. Die „Republikflucht“ geschah schließlich unmittelbar vor den Augen der Soldaten der DDR-Grenztruppen.





