Die Burg hatte noch 1410 nach der verlorenen Schlacht von Tannenberg einer Belagerung getrotzt, und auch jetzt wäre sie wohl militärisch nicht eingenommen worden. Aus Geldnot jedoch verpfändete Hochmeister Ludwig von Erichshausen 1455 die Marienburg an seine Söldner, um deren Sold bezahlen zu können – und diese verkauften sie kurzerhand an den polnischen König. Der Hochmeister musste die Marienburg verlassen. Neuer Sitz des Deutschen Ordens wurde Königsberg. Am 7. Juni 1457 zog Kasimir IV. Jagiello durch das nördliche Tor zur Nogat in die Festung ein und nahm die Huldigung entgegen. Im Thorner Frieden, der 1466 den Dreizehnjährigen Krieg beendete, wurde die Ma-rienburg mit den sie umgebenden Ländereien dann auch vertraglich der polnischen Krone zugesichert. Bis 1772 diente sie den polnischen Königen als Nebenresidenz.





