In den frühen Morgenstunden des 24. Mai 1991 standen 200 junge Männer auf dem Flughafen der israelischen Luftwaffe in der Nähe von Tel Aviv. Sie sahen aus wie Studenten, trugen Jeans und Turnschuhe und passten scheinbar nicht in die militärische Kulisse. Doch die Männer waren Elitesoldaten, und in ihren Rucksäcken verbargen sie die Einzelteile ihrer Waffen, die sie im Notfall in wenigen Sekunden zusammensetzen konnten. Stabschef Ehud Barak, der spätere Premierminister (1999 – 2001), schärfte den wartenden Soldaten ein, dass sie aus humanitären Gründen auf die Reise gingen: „Ihr geht auf eine Militäroperation ohne Schießerei.“ Für alle Fälle stand dennoch in Israel eine große Streitmacht bereit, um kurzerhand die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba einzunehmen.
In Äthiopien lebten damals rund 20 000 Juden, die sich selbst Beta Israel („Haus Israels“) nannten, die Nicht-Juden bezeichneten sie dagegen meist als „Falaschen“ („Eingewanderte“). Wie genau die Juden einst nach Äthiopien gelangt waren, ist unklar. Einer Legende zufolge sollen sie Abkömmlinge von König Salomon und einer Dienerin der Königin von Saba gewesen sein. Im 9. Jahrhundert v. Chr. sollen sie nach Äthiopien eingewandert sein.





