Vom Turnier ist der Schritt nicht weit bis zu den Waffen und Rüstungen der Ritter. Deren Allgegenwärtigkeit etwa im künstlerischen Werk von Albrecht Dürer ist eien neue Publikation gewidmet. Ob biblische Szenen, Turnierskizzen, Landsknechtstypen oder eigene Entwürfe für Harnische und Klingenschmuck: Waffen bilden für Dürer nicht nur schmückendes Beiwerk. Sie sind vielmehr wichtige Indikatoren für den vom Künstler selbst erlebten Wandel im Kriegswesen und in der Gesellschaft zwischen Mittelalter und Renaissance. Auf der einen Seite werfen seine prächtigen Prunkharnische ein letztes Licht auf das Zeitalter der Ritter, auf der anderen Seite weist die “Nürnberger (Große) Kanone” von 1518 darauf hin, daß die Zukunft des Krieges nicht mehr von adeligen Reitern in Rüstung, sondern von Gewalthaufen und Geschützen entschieden wird. Müllers gut geschriebene Untersuchung verbindet auf eindrückliche Weise Erträge aus Kunst- und Militärgeschichte und empfiehlt sich auch wegen ihrer zahlreichen, qualitätvollen Bilder.
Rezension: Pöhlmann, Markus





