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Alkuin, der beharrliche Mahner
Alkuin (730/735 – 804) zählt zu den größten Gelehrten des späteren 8. Jahrhunderts. Von angelsächsischer Herkunft, wurde er in der Domschule des Erzbistums York ausgebildet. Wohl schon seit 766 war er selbst deren Leiter. Mit der Weihe zum Diakon gab er sich zeitlebens zufrieden: Er war Lehrer, nicht Priester. Lange lebte er am Hof Karls des Großen.
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Auf zwei Reisen nach Rom 769 und 781 traf Alkuin in Parma mit Karl dem Großen (seit 768 fränkischer König, seit 800 Kaiser) zusammen, der ihn ins Frankenreich an seinen Hof einlud. Vielleicht schon 782, spätestens aber 786 folgte Alkuin dieser Einladung, wurde Lehrer an der bedeutenden „Hofschule“ des karolingischen Königs und verweilte dort, unterbrochen von zwei England-Aufenthalten (786 und 789/90 – 793), bis 796, blieb seiner Heimat und dem dortigen Domkapitel aber lebenslang eng verbunden. Den Kanonikerbrüdern von York schrieb er: „Ihr habt die zerbrechlichen Jahre meiner Kindheit in mütterlicher Zuneigung genährt“; „vergesst in Euren heiligen Gebeten niemals Euren Lehrer!“ (ep. 42; „ep.“ steht für „Epistolae“, also Briefe).
Bis zur Ermordung des northumbrischen Königs Aethelbert im Jahr 796 dachte Alkuin wohl noch an eine Rückkehr nach England. Dass er als Erzbischof von York vorgesehen war, Karl ihn jedoch davon abgebracht haben soll, ist nicht mehr als ein Gerücht. Auch Karl hätte ihn, wie manche andere Gelehrte in seinem Umkreis, zum Bischof erheben können. Stattdessen übertrug er ihm mehrere Abteien, vor allem 796 die Abtei des karolingischen Reichsheiligen Martin in Tours. Dorthin zog sich Alkuin bald darauf für den Rest seines Lebens zurück.
Am Hof des Frankenkönigs gehen Gelehrte ein und aus
Am Hof Karls des Großen versammelte der König – jeweils zeitweise – Gelehrte aus allen Teilen Europas: Dungal aus Irland, Theodulf, der dann Bischof von Orléans wurde, aus Spanien, Paulus Diaconus, Petrus von Pisa und Paulinus von Aquileia aus Italien, aus England eben Alkuin und andere, natürlich auch Franken wie Angilbert, den Abt von Saint-Riquier. Alkuin selbst hat diesen Kreis, in Anlehnung an die Institution im antiken Athen, als „Akademie“ bezeichnet, ihr gegenüber dem Vorbild aber einen noch höheren Wert zugeschrieben, weil sie die tradierte Bildung durch die Verchristlichung weit übertroffen habe (ep. 170).
Diese „Hofschule“ war keine feste Institution, sondern ein wechselnder Gelehrtenkreis, der insgesamt aber die Bildungsbeflissenheit des Königs und dessen kulturelle Bestrebungen für das ganze Reich widerspiegelt, also das, was die Forschung lange Zeit als „Karolingische Renaissance“ bezeichnet hat. Dazu zählte gewiss auch ein Interesse an der römischen Literatur. In erster Linie aber ging es darum, die Bildung im Reich wiederzubeleben (als renovatio), Fehler in der Überlieferung zu korrigieren (correctio) und Normen und Schriften zu vereinheitlichen. Alkuin war an solchen Bestrebungen maßgeblich beteiligt, so beispielsweise an Karls „Admonitio generalis“ von 789, einem umfassenden Reformprogramm für das fränkische Reich, oder an dem Sendschreiben „De litteris colendis“ von 794/796, das die karolingische Bildungsreform vorantreiben sollte.
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Aus falschen Wörtern, so hieß es darin, folge ein falscher Sinn, denn aus den Buchstaben ergebe sich ein geistiges Verständnis. Gut zu handeln sei zwar besser als zu wissen, doch erst komme das Wissen und erst dann das Tun (ein kluger Satz, den auch unsere Zeit ruhig einmal wieder beherzigen könnte).
Im Auftrag Karls erstellte Alkuin – neben anderen – einen sprachlich korrekten Bibeltext. Mindestens ebenso wichtig war ihm die Einheit des Glaubens. So war er federführend an der Frankfurter Synode von 796 beteiligt, die sich mit dem im Byzantinischen Reich herrschenden Ikonoklasmus, der Bildervernichtung, auseinandersetzte. Noch mehr Energie verwandte er darauf, die Anhänger
des in Nordspanien aufkommenden Adoptianismus zu widerlegen, eine von dem Bischof Felix von Urgel ausgehende Häresie, die Christus nicht als „natürlichen“, sondern lediglich als adoptierten Gottessohn anerkennen wollte.
Berater des Monarchen und ein Mann, der „entweder las oder schrieb“
Am Hof war Alkuin aber auch Berater Karls des Großen in allen möglichen Fragen und Erzieher seiner Kinder. Und er hatte bedeutende Schüler, zum Beispiel (noch in York) den Friesenmissionar und späteren ersten Bischof von Münster, Liudger, am Karlshof dann Einhard, der später die berühmte Biographie des Königs schrieb, oder Hrabanus Maurus, den späteren Abt von Fulda und Erzbischof von Mainz, der unzählige theologische Schriften kompilierte.
Die anonyme, in den 820er Jahren entstandene Vita Alkuins – der aber nie offiziell als Heiliger verehrt wurde – zählt auch Karl selbst zu seinen Schülern: Alkuin habe ihn mit so großer Sorgfalt in den freien Künsten und der Heiligen Schrift unterrichtet, dass er der weiseste aller Frankenkönige geworden sei.
Treffend drückt derselbe Autor Alkuins fromme Gelehrsamkeit aus: „Mit allen Mitteln floh er das Nichtstun, denn entweder las er, oder er schrieb, oder er unterrichtete Schüler, oder er verbrachte die freie Zeit im Gebet oder im Absingen von Psalmen.“ Dem Lehrer Alkuin war die Ausbildung wichtig, denn „wer im Knabenalter nicht lernt, wird im Greisenalter nicht lehren“ (ep. 19). Alkuin wollte in seinen Schülern weiterwirken: „In euch möge verstanden werden, was ihr von uns gehört habt. Der Vater … lebe in seinen Söhnen“ (ep. 245).
Alkuin war, wie Einhard bestätigt, „ein in allen Fächern gelehrter Mann“, ein Universalgelehrter. Sein breites Schrifttum schließt die weltlichen Wissenschaften ebenso ein wie eine moralische Unterweisung. Es umfasst Schriften zu den artes liberales, den Sieben freien Künsten, und darin zu den drei sprachlichen Fächern (Trivium): Grammatik, Rhetorik und Dialektik; darüber hinaus Lehrbücher für den Schulunterricht, die Alkuin, als Besonderheit, gern anschaulich als Lehrer-Schüler-Dialoge gestaltete, darunter auch ein Dialog mit Karl dem Großen selbst.
Alkuins Interesse an Naturwissenschaft hebt ihn von den Zeitgenossen ab
Weit mehr als die meisten seiner zeitgenössischen Gelehrten interessierte sich Alkuin aber auch für die vier naturwissenschaftlichen Künste (das Quadrivium), vor allem für Mathematik und Astronomie, und trat hier mehrfach in eine briefliche Disputation einzelner Fragen mit Karl dem Großen ein: über den Mondsprung (das notwendige Überspringen eines Mondtages in einem Mondzyklus, um den Kalender mit dem natürlichen Lauf in Einklang zu halten; ep. 126), den Sonnenlauf (wie die Wanderung von Tierkreis zu Tierkreis arithmethisch mit dem Sonnenjahr zu vereinbaren ist; ep. 148), die Planeten und das Problem, weshalb der Mars ein Jahr lang nicht zu sehen war (epp. 149 und 255) oder weshalb der Mond den Menschen an einem bestimmten Tag kleiner erschien, als es der Rhythmus verlangt hätte (ep. 148).
Die Arithmetik erschloss sich ihm nicht zuletzt in ihrer Symbolik, wie die vollkommene Zahl Sechs, die (mit Augustin) die Summe sowohl ihrer Summanden (1 + 2 + 3 = 6) als auch ihrer Faktoren (1 x 2 x 3 = 6) ist (ep. 148) Mit mathematischen Rätseln unterhielt er die Hofgesellschaft.
Zu Alkuins theologischen Schriften zählt, neben liturgischen Schriften, einem Laienspiegel über Tugenden und Laster sowie mehreren Heiligenviten, mehrfach die Bibel-Exegese, vor allem ein Kommentar zum Johannes-Evangelium, in dem er das schwierigste, aber auch tiefschürfendste Evangelium erblickte, das die Gottheit Christi am deutlichsten widerspiegele.
Gegen den Bischof Felix von Urgel, Vertreter des Adoptianismus, wandte er sich mit einer eigenen kleinen Schrift, die er Karl und den anderen Gelehrten am Hof vorsichtshalber zur Prüfung vorlegte, gleichzeitig aber zu einer Widerlegung der Häresie drängte. Auch sein theologisches Hauptwerk „De fide sanctae Trinitatis et de incarnatione Christi“ zielt gegen diese Häresie, ist zugleich aber eine Synthese des gesamten katholischen Glaubens, das im ersten Buch die Trinität, im zweiten Schöpfer und Geschöpf und im dritten die Erlösung behandelt.
Wie sehr ihm die vollendete literarische Form am Herzen lag, bewies Alkuin in seinen zahlreichen Dichtungen in Versform, mit denen er auch viele Briefe beendete. In zwei längeren Gedichten stellte er die Geschichte des Yorker Erzbistums und die Zerstörung des Klosters Lindisfarne durch die Wikinger (793) dar. Seine Gedichte brachten ihm am Hof den Spitznamen Flaccus (Horaz) ein, der zugleich die Anbindung an die antike Literatur widerspiegelt. Alkuin selbst scheint diese Sitte, die Menschen mit sprechenden Spitznamen zu versehen, dort eingeführt zu haben. Karl der Große erhielt nach dem großen biblischen Vorbild den Namen David.
Manche Briefe Alkuins erweisen sich als penetrante Ermahnungen
Einen wesentlichen Bestandteil seines Schrifttums machen schließlich die zahlreichen Briefe Alkuins aus, von denen sich, auf über 30 Handschriften verteilt, rund 300 erhalten haben, die sämtlich aus seiner Zeit im Frankenreich und vor allem aus Tours stammen. Das ist das bedeutendste Briefwerk der Karolingerzeit. Einige Briefe sind kleine Traktate mit exegetischen, theologischen oder naturwissenschaftlichen Erörterungen.
Alkuins Briefe decken ein breites Netzwerk von mehr als 140 Empfängern auf, das von England und vom Frankenreich bis nach Spanien, Italien und Jerusalem reichte und sich an Könige, Päpste und Bischöfe, Klerikergemeinschaften und Klöster, Freunde (vor allem Arn von Salzburg) und Schüler richtete. Briefe sind die Kommunikationsmittel mit der Ferne: „Wenn die Entfernung der Erdstriche den Dienst der Stimme versagt, dann eilen mit Tinte geschaffene Schreiben der Liebe oftmals hin und her“ (ep. 126). Manches Wichtige steht allerdings gar nicht in den Briefen, sondern wurde durch Boten mündlich übermittelt.
Über 50 Briefe wurden allein mit Karl dem Großen und seinen engsten Verwandten ausgetauscht, acht gingen an angelsächsische Herrscher, die Alkuin zumeist persönlich kannte. Welchen Anteil Alkuin an den Geschicken seiner Heimat nahm, zeigen, neben einem regen Briefwechsel mit Trost- und Mahnbriefen angesichts der Zerstörung des Klosters Lindisfarne, die Ermahnungen Aethelberts und anderer Könige oder seine Reaktion auf die Ermordung Aethelberts (796).
Überhaupt sind viele Briefe (manchmal penetrante) Ermahnungen. Briefe an Könige, Bischöfe und weltliche Amtsträger vermitteln eine Art Amtsethik. Die Hinweise an Karls Sohn Pippin lesen sich wie ein Fürstenspiegel, also eine dringende Ermahnung: „Sei tapfer gegenüber den Feinden, treu gegenüber den Freunden, demütig gegenüber den Christen, furchtbar gegenüber den Heiden, ansprechbar gegenüber den Elenden, behutsam in den Ratschlägen“ (ep. 119).
Selbst Freunde wie Abt Arn von Salzburg mussten sich von Alkuin ermahnen lassen: „Deine Heiligkeit aber möge von niemandem Geschenke wegen der Rechtsfälle annehmen“ (ep. 254). Nach der Eroberung des Awarenreichs durch Karl den Großen (796) warnte ihn Alkuin immer wieder davor, die Fehler bei der Unterwerfung der Sachsen zu wiederholen und zu strenge Forderungen zu stellen – „Der Mensch kann zur Taufe getrieben werden, aber nicht zum Glauben“ (ep. 113) –, sondern auf die Abgabe des Zehnten vorerst noch zu verzichten: „Denn das Kindesalter … ist durch sanftere Vorschriften der göttlichen Süße zu ernähren“. Manches, was er schreibt, ist schlicht Zeitkritik: „Herrje“, so heißt es in einem Brief an das Domkapitel von York, „wie selten sind die Prediger des Gotteswortes geworden, und wie viele Liebhaber der Welt gibt es dagegen?“ (ep. 43).
Porträt einer Persönlichkeit, die den Herrscher zutiefst verehrt
Alkuins Briefe vermitteln vielfältige Einsichten. Sie bringen uns Alkuins Vorstellungen, Wünsche und Überzeugungen nahe, erschließen uns seine Argumentationen und porträtieren seine Persönlichkeit, wie einige Beispiele belegen. Die Briefe sind voller Freundschaftsbekundungen, auch findet er tröstende Worte beim Tod naher Verwandter oder Ehepartner. Der Tod wird gleichsam im Fortwirken aufgefangen: „Der Vater lebt im Sohn weiter, der Lehrer in seinem Schüler, der Freund im Freund“ (ep. 198).
Alkuin nimmt regen Anteil an dem Wohlergehen Karls, klagt zunehmend aber auch über seinen eigenen Gesundheitszustand. Eine große Rolle spielt das mittelalterliche Gebetsgedenken für das Seelenheil: Alkuin betet für andere und bittet die Empfänger ständig, ihn selbst in ihre Gebete einzuschließen.
Alkuins Briefwechsel beleuchtet nicht zuletzt sein Verhältnis zu Karl dem Großen. Seine Diktion, die zeigt, wie sehr er Karl verehrt, ist durch Lob, Respekt und Anerkennung geprägt: „Glückliches Volk, dessen Herr Gott ist [also die Christen]; und seliges Volk, das durch einen solchen Herrscher erhöht … ist … Genauso wurde einst David als König des vorhergehenden Volkes von Gott erwählt“ (ep. 71). Wenn Gott dem „Christenvolk in diesen äußerst gefährlichen Zeiten … einen so frommen, klugen und gerechten Lenker und Verteidiger gewährt hat“, wie er formulierte, dann sollte das Karl allerdings gleichzeitig an seine königlichen Aufgaben erinnern: „das Schlechte zu bessern, das Rechte zu stärken und das Heilige zu erhöhen“ (ep. 121).
Wann immer die Sachsenkriege (772 – 804) dem König die Zeit dazu ließen, sollte er „die Reiche regieren, Recht sprechen, die Kirchen erneuern, das Volk auf den richtigen Weg weisen, allen Gerechtes zuerkennen, die Bedrängten verteidigen, Gesetze erlassen, die Fremden trösten und allen überall den Weg der Gerechtigkeit und des himmlischen Lebens weisen“ (ep. 177). Weisheit gilt Alkuin als Königstugend schlechthin: „Glücklich [ist] das Volk, das durch einen weisen und frommen Fürsten regiert wird“; „glücklich sind die Reiche, in denen Philosophen herrschen oder Könige sich um die Philosophie bemühen“, schreibt er angesichts der Kaiserkrönung Karls (ep. 229).
Nicht minder typisch aber ist die demütige Zurückstellung seiner eigenen Person: Er selbst sei nur „das demütige Söhnchen der Kirche“ (ep. 110), „der letzte Sklave unseres Erlösers“ (ep. 121), der mit „der Feder [s]einer Bäuerlichkeit“ schreibt (ep. 144). „So sehr ich in Euch die allerbeste Hingabe zum heiligsten Studium der Weisheit lobe, so sehr beklage ich meine eigene Unwissenheit“, schreibt er an Karls Schwester Gisla und deren Tochter Rodtrud im Kloster Chelles.
Wenn er Karl mahnt, gegen Priester vorzugehen, die nicht predigen oder die Bibel auslegen wollen, dann liest sich das im Wortlaut folgendermaßen: „Auch steht es unserer bäuerischen Plumpheit nicht an, die Ohren Eurer lobenswerten Weisheit mit allzu vielen Worten zu belästigen, sondern allenfalls in demütiger Ergebenheit zu bitten, dass Ihr aus väterlicher Vorsorge befehlt, solches, wenn es wahr ist, abzustellen“ (ep. 136).
Alkuin mischt sich ständig ein, hält aber stets die Balance zwischen eindringlicher Mahnung und zurückhaltender Ehrerbietung. Ganz anders schreibt Alkuin an Aethelred von Northumbrien, den er über Laster und Tugenden belehrt: Der König müsse „Gottes Vorschriften auf das Sorgfältigste gehorchen und sich den Predigern des Heils unterwerfen“. Aus diesen Vorgaben leitet er sodann eine Art Gesellschaftslehre ab: „Den Bischöfen obliegt es, … dem Volk das Wort Gottes zu predigen … Den Laien aber obliegt es, der Predigt zu gehorchen“ (ep. 18). Hinter den Mahnungen steht Alkuins feste Überzeugung von der göttlichen Weltordnung wie auch die Angst vor Gottes Strafen: Die Zerstörung Lindisfarnes durch die Wikinger deutet er als Folge der Sünden (ep. 16); er klagt an und nennt historische Beispiele, um daraus zu lernen: „Ihr habt gesehen, wie Eure Vorgänger, Könige und Fürsten, wegen ihrer Ungerechtigkeiten, Räubereien und Unreinheiten des Lebens untergegangen sind“, schreibt er an Aethelred (ep. 18).
Doch Alkuin ist auch empfindlich: Gekränkt durch die Reaktion Karls auf seine Erläuterung des Mondsprungs, reagiert er mit ironischen Sätzen. Dass er mit Karl aneinandergerät, weil er
einem vom Bischof Theodulf von Orléans verurteilten Mann Asyl gewährt hat, trifft ihn: „Vergeblich habe ich in so langer Zeit meinem Herrn Jesus Christus gedient, wenn ich in den Tagen meines Greisentums in ein so frevelhaftes Verbrechen fiele“ (ep. 249).
Alkuins Werk war „von fundamentaler Bedeutung für Westeuropa und die Kirche“, wie sein Biograph Douglas Dales schreibt. Das zeigt sich auch in seinem Nachwirken, in der großen Zahl erhaltener Handschriften, Briefe und Zitierungen. Seine Briefe präsentieren ihn gleichermaßen als Gelehrten wie auch als mitfühlenden, beharrlich mahnenden und gläubigen Menschen.
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