Im August 430 wütete ein Krieg um die nordafrikanische Küstenstadt Hippo Regius (heute Annaba, Nordostalgerien). Die Vandalen berannten die Mauern des Ortes, und derjenige, dessen vorrangigste Aufgabe es gewesen wäre, der verängstigten Bevölkerung Halt und Zuversicht zu vermitteln, der greise Bischof Augustinus, lag im Sterben. Als ein kaiserlicher Bote in Afrika eintraf, um den Kirchenvater zum allgemeinen Konzil einzuladen, das in Ephesos zusammentreten sollte, konnte er nur noch die Todesnachricht entgegennehmen.
Geradezu sinnbildlich fiel Augustinus’ Tod mit dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft in Nordafrika zusammen. Neun Jahre danach eroberten die Vandalen Karthago und konnten sich damit endgültig als die neuen Herren Afrikas feiern lassen. Wir wissen nicht, welche Gedanken den Bischof während seines Todeskampfes plagten; nicht ganz unwahrscheinlich ist jedoch, dass ihn zuletzt die Frage bewegte, warum es so weit hatte kommen können. Denn jenes Afrika, in das er 354 hineingeboren worden und in dem er aufgewachsen war, hatte noch ein ganz anderes Gesicht gezeigt.





