Im Zentrum der Ausstellung steht die Musik. In sechs Themenräumen werden Kapitel der Popgeschichte beleuchtet und in Beziehung zu den G.I.s in Deutschland gesetzt. So weckten nach dem Zweiten Weltkrieg Jazz und amerikanischer Big-Band-Sound ein neues Lebensgefühl. Vor allem im amerikanischen Sektor Berlins entstanden Clubs, Bars und Tanzlokale.
Jazzfans trafen sich in der „Badewanne“, Offiziere flirteten per Tischtelefon im „Resi“. Zeitzeugen wie Clubbesitzer Rolf Eden schildern in Videobeiträgen ihren persönlichen Bezug zu den G.I.s, den Clubs und der Musik. Zu den besonderen Ausstellungsstücken gehört unter anderem eine Original-Fieldjacke von Elvis Presley. Er war bereits ein Superstar, als er 1958 seinen Militärdienst in Hessen antrat.
Auch nach dem Abzug der Alliierten in den 90er Jahren beeinflussten die Beziehungen zwischen Amerikanern und Deutschen die Musikszene. Städte, in denen die US-Armee Stützpunkte beibehielt, wie etwa Heidelberg und Stuttgart, gehörten zu den ersten Zentren des deutschen Hip-Hop.
Die Ausstellung thematisiert auch die politischen Dimensionen im deutsch-amerikanischen Verhältnis. Während in den siebziger Jahren Disco-Musik die Tanzflächen beherrschte, protestierten zugleich bundesweit junge Menschen gegen den Vietnamkrieg. Der „American Way of Life“ wurde kritisch hinterfragt. In der New Yorker Bronx entwickelte sich seit Ende der 70er Jahre der Hip-Hop. Der neue Musikstil eroberte nach und nach auch deutsche Diskos wie etwa das Berliner „La Belle“, wo vor allem afroamerikanische G.I.s und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund feierten. Auf die Diskothek wurde im April 1986 ein Bombenanschlag verübt, der Tote und Verletzte forderte.
Ausstellungsstücke wie Plattenschneider, Jukebox, Ghetto-Blaster und der erste Walkman veranschaulichen nicht nur den sich wandelnden Lifestyle, sondern auch die Fortschritte in der Unterhaltungselektronik. Ausstellungsbesucher können die Jukebox in Gang setzen und für 50 Cents zwei Songs auswählen. In die Ausstellung ist ein Disco-Raum integriert, in dem man tanzen oder am Mischpult die eigenen Fähigkeiten als DJ testen kann.





