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Römisches Schiffwrack mit hunderten Amphoren entdeckt
Geschichte & Archäologie

Römisches Schiffwrack mit hunderten Amphoren entdeckt

Einige der zum Schiffswrack gehörenden Amphoren am Meeresgrund vor Sizilien. · Foto: © Ministero Della Cultura

Sizilien war schon in der Antike von wichtigen Seehandelsrouten umgeben. Jetzt hat ein Taucher vor der Westküste der Insel das Wrack eines römischen Frachtschiffs entdeckt. Das rund 2100 Jahre alte Wrack liegt in 46 Meter Tiefe und ist mit hunderten gut erhaltenen Amphoren beladen, einige davon stammen aus Nordafrika. Dies sei eine der bedeutendsten unterwasserarchäologischen Entdeckungen der letzten Jahre, sagt der italienische Kulturminister zu diesem Fund.
Autor
Nadja Podbregar
13. August 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Geschichte & Archäologie

Schon Homer ließ seinen Odysseus durch die Meeresregion rund um Sizilien segeln und auch in der römischen Antike verliefen wichtige Seehandelsrouten entlang der Küsten dieser Insel. Wegen ihrer strategischen Bedeutung kämpften Römer und Karthager im ersten Punischen Krieg um die Vorherrschaft. Nach dem Sieg Roms gehörte Sizilien ab 240 vor Christus zum römischen Territorium. Auch die von Phöniziern gegründete Hafenstadt Mazara del Vallo an der Westspitze der Insel wurde zu diesem Zeitpunkt von den Römern übernommen.

Hunderte Amphoren am Meeresgrund

Rund drei Kilometer vor der Küste von Mazara del Vallo hat der italienische Taucher Giacomo De Mola das Wrack eines römischen Frachtschiffs entdeckt – durch Zufall. Er war auf etwas zugeschwommen, das in seinem Sonarsystem wie ein Fels oder Korallenriff aussah. Auf Instagram berichtet er vom Moment der Entdeckung: „Mein Herz blieb stehen. Es war kein Riff. Unter mir erstreckte sich eine riesige Fläche aus Amphoren. Hunderte von Amphoren, die über 2000 Jahre auf dem Meeresgrund gelegen hatten.“ De Mola und sein Begleiter meldeten ihren Fund den zuständigen Behörden, die daraufhin ein Team von Unterwasserarchäologen zum Fundort schickte.

Die ersten Untersuchungen ergaben, dass es sich um ein römisches Frachtschiff aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert vor Christus handelt. Das Schiff liegt in rund 46 Meter Tiefe und war bei seinem Untergang offenbar voll beladen: Am Meeresgrund bilden die antiken Amphoren einen 21 Meter langen, sechs Meter breiten und fast zwei Meter hohen Haufen, wie das italienische Kulturministerium berichtet. Ebenfalls zu erkennen sind zwei bleierne Anker und ein Bleirohr. Ob unter den Amphoren auch noch Teile des Schiffsrumpfs erhalten sind, müssen erst weitere Untersuchungen zeigen.

Funde am Meeresgrund

Bleierner Anker und einige Amphoren des Schiffswracks am Meeresgrund. — © Ministero Della Cultura

„Eine der bedeutendsten unterwasserarchäologischen Entdeckungen“

„Dies ist eine der bedeutendsten unterwasserarchäologischen Entdeckungen der letzten Jahre“, sagte der italienische Kulturminister Alessandro Giuli. „Das Schiffswrack von Mazara del Vallo erzählt uns von Menschen, Handelswegen und dem Austausch, die den Mittelmeerraum zu einem Knotenpunkt der Kulturen gemacht haben.“ Deutlich wird dies unter anderem an den Amphoren. Der größte Teil von ihnen gehört zum sogenannten Typ Dressel 1a – dies waren schmale, nach unten hin spitz zulaufende zweihenkelige Tongefäße, in denen vor allem Wein und Olivenöl transportiert und aufbewahrt wurden. Einige Amphoren gehörten jedoch auch zu einem in Nordafrika gebräuchlichen Typ.

„Es ist schwer zu beschreiben, wie es sich anfühlte, nach fast zwanzig Jahrhunderten zu den ersten Menschen zu gehören, die diesen Ort wiedersehen“, beschreibt der Taucher De Mola seine Eindrücke beim Fund des Schiffswracks. Wie die Behörden mitteilten, wird das Wrack nun genau kartiert und einzelne Fundstücke zur näheren Untersuchung an die Oberfläche gebracht. Es gebe aber keine Pläne, das Schiffswrack zu bergen. Weitere Analysen sollen primär vor Ort stattfinden. „Die weitere Erforschung wird seine Geschichte ans Licht bringen und sie der Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagte Kulturminister Giuli.

Quelle: Ministero Della Cultura, Giacomo De Mola

AmphorenAntikeRömischSchiffswrack
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