Zum Inhalt springen
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
AnmeldenAbonnieren
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Rezensionen
  • Podcast
  • DAMALS Plus
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Podcast
  • Rezensionen
DAMALS-Newsletter
Spannende Geschichten aus der Geschichte direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • DAMALS Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

DAMALSErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-447
E-Mail: damals@konradin.de
Folgen Sie uns
DAMALS als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 DAMALS
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Geschichte & Archäologie/Artikel
Sardinien: Archäologen legen monumentales „Riesengrab“ frei
Geschichte & Archäologie

Sardinien: Archäologen legen monumentales „Riesengrab“ frei

Blick auf den Eingang des auf Sardinien neu freigelegten „Grab der Giganten“. · Foto: © Soprintendenza Archeologia, belle arti e paesaggio per la città metropolitana di Cagliari e le province di Oristano e Sud Sardegna

Auf Sardinien haben Archäologen ein besonderes Exemplar der geheimnisvollen „Riesengräber“ entdeckt. Denn die Hauptkammer dieses rund 3800 Jahre alten Großsteingrabs hat zwei Ebenen. Die sardischen „Tombe dei Giganti“ gelten als letzte Ausläufer der Megalithkultur und als Übergangsform zu den sardischen Nuraghen – großen Turmbauten unklarer Funktion. Das neu entdeckte Gigantengrab dokumentiert diesen Übergang durch einige in ihm entdeckte Keramikfunde.
Autor
Nadja Podbregar
11. August 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Geschichte & Archäologie

Sardinien war eine der am frühesten besiedelten Inseln Europas. Schon in der Altsteinzeit vor rund 150.000 Jahren lebten erste Menschen auf dieser Mittelmeerinsel. In der Jungsteinzeit entwickelten sich auf Sardinien – auch durch neue Einwanderer – mehrere Kulturen, darunter auch Erbauer von Megalithbauten wie Dolmen und Großsteingräbern. Um 1800 vor Christus hinterließen Vertreter der sardischen Bonnanaro-Kultur die letzten Bauten dieser Art: die Riesengräber (Tombe dei Giganti).

Großsteingrab mit bester Aussicht

Diese auch als „Gigantengräber“ bekannten Grabbauten gelten als Weiterentwicklung der älteren Dolmen und als Übergangsform zur bronzezeitlichen Nuraghenkultur. Typisch für die Riesengräber ist eine in Vergleich zu den älteren Dolmen vergrößerte Grabkammer und ein halbkreisförmiger Vorhof. Diese sogenannte Exedra diente wahrscheinlich als Versammlungsort für Totenrituale und den Ahnenkult, wie die sardische Behörde für Archäologie, Kunst und Landschaft erklärt. Die Gigantengräber spiegeln damit die Weiterentwicklung der prähistorischen Gemeinschaftsbestattungen auf Sardinien wider.

Auf einer der zentralen Hochebene Sardiniens haben Archäologen jetzt ein neues Riesengrab entdeckt. Es liegt auf 740 Meter Höhe am Südhang eines Berges und ist Teil des archäologischen Komplexes Carrarzu Iddia, in dem schon zuvor zwei Proto-Nuraghen, ein heiliger Brunnen, eine Wohnsiedlung und eine ausgedehnte Nekropole aus der pränuraghischen Zeit gefunden wurden. Das neu entdeckte Gigantengrab war jedoch so stark von Vegetation überwuchert, dass es zunächst nicht näher erforscht wurde. Erst jetzt haben Archäologen das Grab im Auftrag der beiden für dieses Gebiet zuständigen Denkmalschutzbehörden freigelegt.

Riesengrab vor Freilegung und Innenansicht

Das Riesengrab von Carrarzu Iddia vor seiner Freilegung (links) und Innenansicht der zweistöckigen Grabkammer. — © Soprintendenza Archeologia, belle arti e paesaggio per la città metropolitana di Cagliari e le province di Oristano e Sud Sardegna

Ummauerter Vorhof und zweistöckige Grabkammer

Dabei zeigte sich, dass das Riesengrab von Carrarzu Iddia zwar weitgehend geplündert, aber in seiner Substanz gut erhalten ist. Es besteht aus monumentalen Steinblöcken aus Trachyt, einem rauen vulkanischen Gestein. Wie für die Tombe dei Giganti üblich, besteht die Front des Großsteingrabs aus großen, übereinandergeschichteten Steinquadern mit einem besonders breiten Deckstein über dem Eingang. Vor dem Eingang liegt der halbkreisförmig ummauerte Vorhof. Eine Besonderheit entdeckte das Archäologenteam im Inneren des Riesengrabs: Seine Kammer ist durch einen flachen Zwischenboden in zwei Ebenen unterteilt.

„Dies ist ein bislang selten dokumentiertes Merkmal, das Gegenstand weiterer Untersuchungen sein wird“, erklärt die sardische Behörde für Archäologie, Kunst und Landschaft. Ebenfalls aufschlussreich sind einige im Inneren des Riesengrabs von Carrarzu Iddia entdeckte Keramik-Artefakte. Datierungen zufolge stammen sie aus den Anfängen der Nuraghen-Kultur. Dies legt nahe, dass dieses Großsteingrab noch bis in die Bronzezeit hinein besucht und genutzt wurde. Damit könnte das Riesengrab Teil einer ganzen Landschaft von Gräbern und Heiligtümern gewesen sein, die für die Menschen der Region über Jahrhunderte, vielleicht sogar Jahrtausende hinweg große Bedeutung hatte.

Quelle: Soprintendenza Archeologia, belle arti e paesaggio per la città metropolitana di Cagliari e le province di Oristano e Sud Sardegna

BronzezeitGroßsteingrabMegalithNuraghenRiesengrabSardinien
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie DAMALS in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

DAMALS als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Geschichte & Archäologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Geschichte & Archäologie.

Alle Geschichte & Archäologie-Artikel
Aschaffenburg: Wozu diente das 2400 Jahre alte Ufer-Bauwerk?
Geschichte & Archäologie

Aschaffenburg: Wozu diente das 2400 Jahre alte Ufer-Bauwerk?

8. September 2026

Im Frühjahr 2026 haben Archäologen in Aschaffenburg ein komplexes Eisenzeit-Bauwerk aus Holz und Steinmauern am Mainufer entdeckt. Jetzt gibt es Neues dazu.

Größter Wikinger-Silberschatz Dänemarks gefunden
Geschichte & Archäologie

Größter Wikinger-Silberschatz Dänemarks gefunden

3. September 2026

Armreifen, Silberbarren, Münzen: Ein Fund auf der norddänischen Halbinsel Jütland hat sich als größter Wikinger-Silberschatz Dänemarks entpuppt.

Archäologen finden 11.000 Jahre alten „Leopardenreiter“ in Karahan Tepe
Geschichte & Archäologie

Archäologen finden 11.000 Jahre alten „Leopardenreiter“ in Karahan Tepe

1. September 2026

Archäologen haben in der türkischen Steinzeit-Anlage eine bislang einzigartige Steinfigur entdeckt: einen auf dem Rücken eines Leoparden reitenden Mann.

Tschechischer Steinkreis ist 1000 Jahre älter als Stonehenge
Geschichte & Archäologie

Tschechischer Steinkreis ist 1000 Jahre älter als Stonehenge

27. August 2026

Archäologen haben eines der ältesten Steinzeit-Heiligtümer Mitteleuropas entdeckt: eine 230 Meter große Kreisanlage mit Ringgraben und astronomisch…

← Zurück zu Geschichte & ArchäologieZur Startseite