Die Portraits eines jungen Mädchens und einer jungen Frau gehörten einst zu Ehren- oder Grabstatuen, die vor dem Stadttor Athens, dem Diplyon, aufgestellt waren. Sie wurden abgeschlagen und durch einen gezielten Meißelhieb gespalten, bevor sie in den Brunnen geworfen wurden. Zu welchem Zeitpunkt die Zerstörung erfolgte, ist noch nicht geklärt.
Der Fundort ist ein aus Steinen gemauerter Brunnen, der im 4. Jahrhundert n. Chr. angelegt wurde und zu einer klassischen Badeanlage vor dem Diplyon gehörte. Er war bereits zwischen 1934 und 1936 entdeckt und weitgehend untersucht worden, aufgrund des hohen Grundwasserspiegels war damals jedoch eine Dokumentation nicht möglich. Als diese 2013 unter Einsatz von vier Pumpen stattfand, entdeckten die Archäologen die beiden Portraits in einer Tiefe von 5,20 Metern.
Das DAI gräbt bereits seit hundert Jahren im Karameikos. Die Freilegung des Brunnens erfolgte unter der Leitung von Jutta Stroszeck durch ein Grabungsteam aus griechischen und deutschen Miterarbeitern, verstärkt durch Studenten verschiedener Universitäten.





