Der Hellweg ist ein Abschnitt der Fernhandelsstraße aus vorrömischer Zeit, die in Ost-West-Richtung die Regionen am Rhein mit der Elbe verband. Die Verbindung zwischen Aachen und Goslar bekam den Status einer besonders gut ausgebauten via regia („königlicher Weg”), die auf etwa drei Metern Straßenbreite für den Verkehr ständig von Bewuchs freigehalten wurde, um schnelles und sicheres Reisen zu ermöglichen.
Auch die nun in rund einem Meter Tiefe freigelegte früheste Pflasterung des Hellwegs am Domplatz diente zur Verbesserung der Mobilität. Sie stammt aus der Zeit um 1150/80. Darüber wurde eine weitere, spätere Pflasterlage entdeckt, die auch Kleinfunde, wie Keramikreste, enthielt. Diese damals verlorenen und dann buchstäblich festgetretenen Objekte belegen eine Nutzung dieser Straßenoberfläche bis ins 16. oder 17. Jahrhundert. Die Forscher konnten durch die Grabungen den Verlauf der Straße zwischen dem Norden des Domplatzes bis im Süden an der Gaukirche nachweisen.
Unter der historischen Straßenpflasterung stießen die Archäologen auf Fundamentreste eines Gebäudes, das für die Pflasterung der Straße abgebrochen wurde. Die 1,60 Meter starken Fundamentmauern weisen darauf hin, dass es sich um ein großes, wichtiges Gebäude gehandelt haben muss. Dessen genauer Zweck kann heute aber nicht mehr bestimmt werden. Um 1170/80 wurde die Gaukirche, die dem Dom gegenüber liegt, teilweise oberhalb dieser Gebäudereste errichtet. In den kommenden Wochen werden die Forscher durch weitere Ausgrabungen die Schichten unter diesem Fundament untersuchen.





