Zum Inhalt springen
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
AnmeldenAbonnieren
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Rezensionen
  • Podcast
  • DAMALS Plus
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Podcast
  • Rezensionen
DAMALS-Newsletter
Spannende Geschichten aus der Geschichte direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • DAMALS Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

DAMALSErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-447
E-Mail: damals@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 DAMALS
Startseite/Geschichte & Archäologie/Artikel
Aschaffenburg: Eisenzeitliches Bauwerk verblüfft Archäologen
Geschichte & Archäologie

Aschaffenburg: Eisenzeitliches Bauwerk verblüfft Archäologen

Ausschnitt der am Mainufer entdeckten Anlage aus einer gemörtelter Steinmauer und massiven Holzbalken. · Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Bei Bauarbeiten in Aschaffenburg haben Archäologen die erstaunlich gut erhaltenen Relikte eines Bauwerks aus Eichenholzbalken und Steinmauerwerk am Mainufer entdeckt. Das verbaute Holz stammt aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert, die aufwendige Konstruktion spricht dafür, dass diese Anlage einst Teil eines großen, repräsentativen Bauwerks aus der Eisenzeit war. Doch wer diese Anlage errichtete und welche Rolle sie für die unweit dieser Fundstätte gelegene frühlatènezeitliche Siedlung spielte, ist noch ungeklärt.
Autor
Redaktion
26. Mai 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Geschichte & Archäologie

Die Stadt Aschaffenburg war schon in der Eisenzeit ein Siedlungsort, wie archäologische Funde belegen. Bei Ausgrabungen im Gebiet der heutigen Altstadt haben Archäologen einzelne Gebäudereste aus der frühen Latènezeit sowie eine Tierkopffibel und einen goldenen Fingerring entdeckt. Die günstige Lage der Siedlung am Main und diese Funde legen schon länger nahe, dass sich im Bereich der heutigen Altstadt von Aschaffenburg einst ein eisenzeitliches Zentrum von hoher Bedeutung befunden haben könnte. Die spärlichen Funde lieferten bislang allerdings keine ausreichenden Informationen über Siedlungsstruktur und Größe.

Baugrube mit Fund
Blick in die Baugrube. Die Relikte des eisenzeitliche Bauwerks sind vor der Längspfahlwand zu erkennen. © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Eichenbalken aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert

Jetzt gibt es einen neuen Fund, der mehr Einblick in die eisenzeitliche Vergangenheit Aschaffenburgs bieten könnte. Wie viele archäologische Entdeckungen wurde auch diese im Zuge von Bauarbeiten gemacht. Bei Arbeiten an einem Regenüberlaufbecken am Aschaffenburger Mainufer entdeckten Arbeiter im März 2026 eine alt aussehende Holzkonstruktion in rund acht Meter Tiefe. Daraufhin benachrichtigten sie das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) und Archäologen begannen, den Fund vorsichtig weiter freizulegen. Aufgrund des ungewöhnlich guten Erhaltungszustandes der zutage getretenen Hölzer gingen die Wissenschaftler anfangs von einem frühneuzeitlichen bis neuzeitlichen Bauwerk aus.

Doch als das Team Proben einiger Eichenbalken näher untersuchte und mithilfe der Jahresringe und anderer Verfahren datierte, zeigte sich Überraschendes: Die in der Anlage am Mainufer verbauten Hölzer stammten von Bäumen, die bereits im 4. Jahrhundert vor Christus gefällt und verbaut worden waren. Die Anlage musste demnach aus der Eisenzeit stammen. Sie könnte damit Teil der Siedlung aus der frühen Latènezeit gewesen sein. Die neu entdeckte archäologische Struktur am Mainufer besitzt daher ein außergewöhnlich hohes wissenschaftliches Potenzial, wie das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege erklärt.

Eisenzeit-Konstruktion
3D-Modell des Gesamtfunds. © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Bislang einzigartiger Fund

Hinzu kommen einige außergewöhnliche Merkmale der neu entdeckten Anlage: Für die Eisenzeit ungewöhnlich ist zum einen die große Zahl der verbauten Eichenbalken und zum anderen eine aus Steinen errichtete Mauer, die das Areal zum Fluss hin abschloss. „Steinmauerwerk ist für die Eisenzeit ausgesprochen selten nachgewiesen. Wenn steinerne Konstruktionen dieser Zeit dokumentiert werden, handelt es sich meist um Bestandteile befestigter Anlagen, etwa von Pfostenschlitzmauern“, erklärt Stefanie Berg vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. „Die Kombination aus der außergewöhnlichen Lage am Mainufer, der hervorragenden Erhaltung, der bislang singulären Holz-Stein-Konstruktion sowie der eisenzeitlichen Datierung macht diesen Befund einzigartig.“

Noch ist allerdings unklar, welchem Zweck dieses eisenzeitliche Bauwerk einst diente. Die Archäologen hoffen, dass sie im Verlauf der noch laufenden Ausgrabungen mehr über die Funktion der Anlage und über die Verbindung dieses Komplexes mit der eisenzeitlichen Siedlung im Gebiet der Aschaffenburger Altstadt in Erfahrung bringen können.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Mehr aus Geschichte & Archäologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Geschichte & Archäologie.

Alle Geschichte & Archäologie-Artikel
Warum eine irische Adelige auf Mussolini schoss
Geschichte & Archäologie

Warum eine irische Adelige auf Mussolini schoss

9. Juli 2026

Am 7. April 1926 versuchte die irische Adelige Violet Gibson, den italienischen Faschistenführer Benito Mussolini zu erschießen. Doch was waren ihre…

Elefanten verraten wahrscheinliche Route Hannibals über die Alpen
Geschichte & Archäologie

Elefanten verraten wahrscheinliche Route Hannibals über die Alpen

7. Juli 2026

Welche Route nahm Hannibal, als er 218 vor Christus mit seinen Kriegselefanten die Alpen überquerte? Eine Studie hat den energetisch günstigsten Weg berechnet.

Verhängnis auf Hawaii
DAMALS PlusGeschichte & Archäologie

Verhängnis auf Hawaii

6. Juli 2026

Auf seiner dritten Reise in den Pazifik verließ James Cook das Glück: Im Zuge einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit Indigenen auf Hawaii wurde er getötet.

Der wache Blick der Aufklärung
DAMALS PlusGeschichte & Archäologie

Der wache Blick der Aufklärung

2. Juli 2026

Im Alter von 17 Jahren brach Georg Forster gemeinsam mit seinem Vater zur zweiten Pazifikexpedition von James Cook auf. Sein Reisebericht liest sich…

← Zurück zu Geschichte & ArchäologieZur Startseite