Heute vor genau 90 Jahren, am 26. August 1921, wurde der Zentrums-Politiker Matthias Erzberger, der den Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik maßgeblich prägte, von zwei nationalistischen Offizieren ermordet. Erzberger, der politisch für einen sozialen Katholizismus stand und sich für eine Stärkung des Parlaments gegenüber der Reichsregierung einsetzte, engagierte sich wie kaum ein anderer für die erste deutsche Republik. Als Reichstagsabgeordneter machte er mit der Aufdeckung politischer Skandale in der deutschen Kolonialverwaltung schnell von sich Reden. In der frühen Weimarer Republik stieg er zum Reichsfinanzminister auf und vereinheitlichte die Steuerverwaltung. Als Leiter der Waffenstillstandskommission warb er für den Waffenstillstand und die Unterzeichnung des Versailler Vertrags – damit sollte er den Hass der alten wilhelminischen Eliten und konservativer Kreise auf sich ziehen, was letztlich zu seiner Ermordung führte. In Kooperation mit der Stadt Münsingen wurde bereits 2004 im Geburtshaus Erzbergers in Münsingen-Buttenhausen die „Erinnerungsstätte Matthias Erzberger“ eingerichtet, in der eine Dauerausstellung zu sehen ist.
Anlässlich des 90. Todestages am 26. August 2011 initiiert das Haus der Geschichte Baden Württemberg zahlreiche Veranstaltungen und Publikationen. Die „Erinnerungsstätte Matthias Erzberger“, die Leben und Wirken des Politikers in elf Stationen veranschaulicht, wurde nun um einen Ausstellungskatalog ergänzt. Unter dem Titel „Matthias Erzberger. Ein Wegbereiter der deutschen Demokratie“ stellt der Katalog die originalen Exponate, die mit Erzberger in Verbindung stehen, vor und ordnet diese in den historischen Kontext ein. Die Erinnerungsstätte ist bis Oktober sonntags und feiertags von 13.00-17.00 Uhr geöffnet. Weitere Veranstaltungen im Zusammenhang mit Erzbergers Todestag können auf der Website nachgelesen werden:
http://www.hdgbw.de/ausstellungen/dezentrale-ausstellungen/matthias-erzberger/veranstaltungen-erzberger-jahr/
Der Katalog „Matthias Erzberger. Ein Wegbereiter der deutschen Demokratie“, Stuttgart 2011, kostet 12,50 Euro und kann ebenfalls über die Website bestellt werden: http://www.hdgbw.de/?id=248.





