Mittelalterliche Chronisten hatten stets ihre eigene Agenda. Neutrale Beobachter, die einfach so das Zeitgeschehen dokumentierten, gab es damals nicht (ob es sie heute gibt, ist eine andere Frage). Anhand zweier Berichte über Ereignisse im Jahr 953, als Otto bereits eine feste Größe im Machtgefüge Mitteleuropas war, lässt sich dies gut zeigen.
„Denn da König Otto aus dem Elsass [Erstein, 24. Februar 953] zurückkam, um in Ingelheim das Osterfest zu feiern, da hatten sich sein Sohn Liudolf und Herzog Konrad miteinander verbündet, wobei sie nichtswürdige Anhänger und vor allem junge Leute aus Franken, Sachsen und Bayern für sich gewannen. … Als nun der König von wenigen seiner Getreuen begleitet nach Ingelheim kam, hielt er es nicht für geraten, das Osterfest mitten unter seinen Feinden zu feiern.“





