Die Schriftstellerin lebte zumeist in Berlin, wo auch ihre Erfolgsromane spielen. Den verschiedenen Schauplätzen von Biographie und Literatur kann man in dem schön bebilderten Band nachgehen. Am Beginn steht das kaiserzeitliche Charlottenburg, in dem Keun ihre Kindheit verbrachte. In den 1930er Jahren führen die Spuren ins Kino „Capitol“, wo die Verfilmung von „Gilgi“ gezeigt wurde, aber auch zur Reichsschrifttumskammer, wo Keuns Aufnahmeantrag 1936 abgelehnt wurde. Dazu sind viele Orte der Zwischenkriegszeit zu entdecken – bunte Cafés und flirrende Nachtlokale, große Hotels, aber auch triste Bahnhofswartesäle.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Michael Bienert
Das kunstseidene Berlin
Irmgard Keuns literarische Schauplätze
verlag für berlin-brandenburg, Berlin 2020, 200 Seiten, € 25,–





