In der frühen Neuzeit waren die wichtigen Anrainerstaaten des Mittelmeeres gleichzeitig Seemächte. Sie mussten ihre Macht nicht nur zu Land, sondern auch auf See unter Beweis stellen. Sowohl für die lateinischen Staaten als auch für das Osmanische Reich galt es, Seewege und Handelsrouten offenzuhalten oder zu unterbrechen sowie die eigenen Küstenregionen gegen feindliche Angriffe zu sichern. Machtpolitik bestand also in einem beständigen Kräftemessen hochgerüsteter Flotten. Den Höhepunkt dieses permanenten Ringens stellte wohl die Schlacht von Lepanto im Jahr 1571 dar, in der sich christliche Staaten und Osmanisches Reich mit insgesamt 426 Schiffe gegenüberstanden.
Das Rückgrat der Kriegsflotten bildeten die Galeeren, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit besonders im mediterranen Küstenbereich mit seinen zahlreichen Inseln und Buchten Segelschiffen überlegen waren – dies nicht zuletzt deshalb, weil sie nicht von günstigen Winden abhängig waren, sondern sich auf die Kraft ihrer Ruderer verlassen konnten. Andererseits bedingte diese Technik einen enormen Personalbedarf: Auf einer osmanischen Standardgaleere mit einer Gesamtbesatzung von 300 Mann waren 196 Ruderer beschäftigt, bei Großgaleeren mit bis zu 800 Mann Besatzung waren es bis zu 300 Ruderer. Bei einem Galeerengeschwader (40 Schiffe) bedeutete dies einen Bedarf von mehr als 10 000 Mann allein für die Ruderbänke.





