Zum Inhalt springen
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
AnmeldenAbonnieren
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Rezensionen
  • Podcast
  • DAMALS Plus
DAMALS - Das Magazin für Geschichte
  • Geschichte & Archäologie
  • Zeitpunkte
  • Ausstellungen
  • Podcast
  • Rezensionen
DAMALS-Newsletter
Spannende Geschichten aus der Geschichte direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • DAMALS Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

DAMALSErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-447
E-Mail: damals@konradin.de
Folgen Sie uns
DAMALS als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 DAMALS
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Rezensionen/Artikel
RezensionRezensionen

August, der Künstler

Autor: Dr. Heike Talkenberger

August der Starke gilt vielen seiner Biographen als die Inkarnation barocker Adelskultur: als vitaler Genussmensch, unmoralisch, skrupellos, verschwenderisch.

August, der Künstler
August der Starke gilt vielen seiner Biographen als die Inkarnation barocker Adelskultur: als vitaler Genussmensch, unmoralisch, skrupellos, verschwenderisch. Er liebte die Frauen, die Jagd, rauschende Feste und Musik, investierte Unsummen in die Repräsentation seiner Macht. Dem stehe ein eher geringes militärisches und diplomatisches Geschick gegenüber. Der englische Historiker Tim Blanning sieht ebenfalls diese Aspekte der Persönlichkeit Augusts, doch setzt er noch andere Akzente: Er betont nicht nur, dass „der sächsische Sonnenkönig“ sehr wohl die Wirtschaft seines Stammlandes zu fördern wusste, sondern er sieht August zudem als talentierten Künstler.
Autor
Dr. Heike Talkenberger
16. Juli 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Rezensionen

Dr. Heike Talkenberger

August der Starke gilt vielen seiner Biographen als die Inkarnation barocker Adelskultur: als vitaler Genussmensch, unmoralisch, skrupellos, verschwenderisch. Er liebte die Frauen, die Jagd, rauschende Feste und Musik, investierte Unsummen in die Repräsentation seiner Macht. Dem stehe ein eher geringes militärisches und diplomatisches Geschick gegenüber. Der englische Historiker Tim Blanning sieht ebenfalls diese Aspekte der Persönlichkeit Augusts, doch setzt er noch andere Akzente: Er betont nicht nur, dass „der sächsische Sonnenkönig“ sehr wohl die Wirtschaft seines Stammlandes zu fördern wusste, sondern er sieht August zudem als talentierten Künstler.

Lebhaft, mit Sinn für Anekdoten und Pointen, schildert Blanning Augusts Lebensweg, von seinen frühen Prägungen über den Antritt der Herrschaft als Kurfürst von Sachsen nach dem Tod seines älteren Bruders (seit 1694) und sein Wirken als polnischer König und Großfürst von Litauen (1697–1706 und 1709–
1733) bis hin zur barocken Umgestaltung Dresdens, das so zu einer „der schönsten Städte Europas“ wurde.

Breiten Raum nimmt die detailreiche Beschreibung des Großen Nordischen Kriegs (1700–1721) ein; Blanning ist ausgewiesener Militärhistoriker. Hier kommen all diejenigen Leser auf ihre Kosten, die sich über das Ringen Schwedens und Russlands um die Vorherrschaft im Ostseeraum gut informiert wissen wollen. Augusts mangelndes Kriegsglück ordnet Blanning in die übergreifenden politischen Konstellationen ein: Sachsen, als kleinerer Bündnispartner, wurde im Krieg zum Teil Spielball der Großmächte und war deshalb letztlich „zur Bedeutungslosigkeit verurteilt“.

Aufschlussreich ist auch die Analyse des Autors zur schwierigen Gemengelage im riesigen Polen-Litauen, dem zweitgrößten Land Europas nach Russland. Augusts Pläne zur Etablierung einer stärkeren Zentralmacht trafen hier auf die entschiedene Abwehr des selbstbewussten lokalen Adels.

Erst auf den letzten 80 Seiten – und damit erstaunlich spät und verhältnismäßig kurz – kommt Blanning dann auf seine Hauptthese, die Künstlerschaft Augusts, zurück, eine These, die in der Kunstwissenschaft übrigens schon länger zu finden ist. August beschäftigte hervorragende Meister ihres Fachs wie Balthasar Permoser oder Johann Melchior Dinglinger und hinterließ hochkarätige Sammlungen von Porzellan, Gemälden oder Kunstgegenständen (das „Grüne Gewölbe“). Doch nicht nur das: August fertigte selbst Architekturentwürfe an und beteiligte sich in hohem Maß an der Umsetzung der Repräsentationsbauten.

Am Ende kommt Blanning zu einem abgewogenen Urteil über den Herrscher. Weniger differenziert werden die Frauen in Augusts Leben beleuchtet, sei es der „Stall von Mätressen“, wie Blanning salopp schreibt, sei es die Ehefrau Christiane Eberhardine. Mehr als dass sie hässlich und ungeliebt gewesen sei, weiß Blanning kaum zu berichten. Neuere Forschungen zeigen aber, dass die Kurfürstin in ihrem Schloss Pretzsch eigene architektonische Akzente setzte und dort ein beachtliches Kulturleben zu entfalten wusste.

Tim Blanning, August der Starke. Sachsens Sonnenkönig. Eine Biographie. Verlag C. H. Beck, München 2026, 448 Seiten, € 34,–.

Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie DAMALS in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

DAMALS als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Rezensionen

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Rezensionen.

Alle Rezensionen-Artikel
Depressive Römer?
DAMALS PlusRezensionen

Depressive Römer?

22. August 2026

Depressionen gelten oft als Krankheit der Moderne. Doch antike Quellen zeichnen ein anderes Bild.

Griechische Mythen
Rezensionen

Griechische Mythen

21. August 2026

Sarah Iles Johnston, Professorin für Klassische Philologie an der Ohio State University, möchte in ihrem schön gestalteten Buch moderne Leserinnen und Leser an…

Römische Geschichte mit Makeln
Rezensionen

Römische Geschichte mit Makeln

21. August 2026

Martin Verg möchte mit seinem Buch die faszinierende Geschichte Roms einem breiten Publikum nahebringen und gleichzeitig erklären, weshalb diese Geschichte uns…

Faschismus – ein Begriff auf dem Prüfstand
Rezensionen

Faschismus – ein Begriff auf dem Prüfstand

21. August 2026

Die „autoritäre Versuchung“ (Ralf Dahrendorf), in die westliche Gesellschaften geraten sind, und die Entwicklung diktatorischer Regime im Osten haben zu einem…

← Zurück zu RezensionenZur Startseite