Der Schock über den Tod Thomas Beckets am 29. Dezember 1170 saß selbst beim vermeintlichen Auftraggeber des Mordes tief. Heinrich II. „brach in lautes Wehklagen aus und tauschte sein königliches Gewand gegen Sack und Asche. … Zuweilen wirkte er wie benommen, um dann wieder lauter und bitterer zu stöhnen und zu schreien als zuvor“. So beschrieb Bischof Arnulf von Lisieux (1105/1109–1184) die Reaktion des englischen Königs, als dieser über die Ereignisse informiert wurde.
Was war passiert? Der 1118 in London geborene Thomas Becket hatte eine erstaunliche Karriere absolviert: Vom höfischen Lebemann brachte er es zum Erzbischof von Canterbury, dem höchsten Geistlichen Englands. In dieser Funktion geriet er allerdings mit seinem einstigen Gönner König Heinrich II. (1154–1189) aneinander. Jahrelang lebte Becket aufgrund des Streits im Exil in Frankreich.





