Eine der häufigsten Fragen, mit denen man als Skandinavist und Mittelalter-Historiker konfrontiert wird, ist die nach der Herkunft der Wikinger – und daran anschließend: „Was ist aus ihnen geworden?“ Angesichts des vergleichsweise kurzen Abschnitts in der langen Geschichte Skandinaviens, den die Wikingerzeit einnimmt, sind beide Fragen in der Tat berechtigt. Wenn man das gängige, wohl ein wenig zu spät angesetzte Jahr 793 (Überfall auf das Kloster Lindisfarne) für den Beginn der Epoche heranziehen will und den Herbst 1066 (der Normanne Wilhelm erobert England) als ihr endgültiges Ende, dann sind diese zweieinhalb Jahrhunderte nicht viel mehr als ein Wimpernschlag in der Geschichte Skandinaviens.
Und doch prägt gerade diese Zeit unser Bild von Skandinavien, „dem Land der Wikinger“. Mit ihrer (angeblichen) Kampfeslust, mit ihren spektakulären Fernreisen und natürlich mit ihren eleganten Schiffen beflügeln die Wikinger unsere Phantasie. Mit mehreren erfolgreichen TV-Serien und Kinofilmen wurde den Wikingern in jüngster Zeit fast schon ein eigenes Genre gewidmet.





