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Aus zwei mach drei
Zeitpunkte · 1409

Aus zwei mach drei

Zwei Päpste, einer in Rom, der andere in Avignon, die um das höchste Amt der Kirche konkurrierten: Zu Beginn des 15. Jahrhunderts trat das Abendländische Schisma in seine dritte Dekade, ohne dass sich eine Lösung abzeichnete. Dass einer der Päpste einlenken würde, war unwahrscheinlich, und so wurde unter den Kardinälen und Gelehrten der Ruf nach einem Konzil, das das Schisma beenden würde, immer lauter. Tatsächlich schafften es Vertreter beider Seiten, sich auf einen Ort und Termin zu einigen, sodass am 25. März 1409 im Dom zu Pisa eine Kirchenversammlung zur Beilegung des Abendländischen Schismas feierlich eröffnet werden konnte. Gut 500 Kirchenmänner waren der Einladung gefolgt: Kardinäle, Bischöfe bzw. deren Vertreter, Äbte und Vertreter der Universitäten. Wer fehlte, waren die beiden Päpste Gregor XII. und Benedikt XIII. Sie zogen es vor, eigene Versammlungen einzuberufen.
Autor
DAMALS-Redaktion
01. März 2026
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Zeitpunkte

In Pisa hingegen kam man schnell zu dem Ergebnis, beide Päpste für abgesetzt und den Apostolischen Stuhl für vakant zu erklären. Als neuen Papst wählte man Alexander V. Jedoch wiesen die beiden abgesetzten Päpste empört zurück, an das Urteil eines Konzils gebunden zu sein. Was zunächst wie ein großer Erfolg erschien, entpuppte sich als Fiasko: Es gab nun drei konkurrierende Päpste, eine noch tiefer gespaltene Kirche und viele verschiedene Ansichten zur Rechtmäßigkeit des Konzils von Pisa. Erst das Konzil, das von 1414 bis 1418 in Konstanz tagte, konnte schließlich das Abendländische Schisma beenden.

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